Argentinien
Buenos Aires – Puerto Iguazu

Buenos Aires – 14.10.18

Todmüde landete ich kurz nach 9.00 Uhr in Buenos Aires. Bei der Einreise lief alles rund und ich besorgte mir gleich ein Ticket für den Flughafenshuttle von „Tienda Leon“, welcher mich bis vor das Hostel „America del Sur“ brachte. Da ich noch nicht in mein Zimmer einchecken konnte, lagerte ich meinen Backpack im Gepäckraum und setzte mich mit meinem Laptop in den Aufenthaltsraum. Ich nutzte die Zeit um mich um meine Weiterreise zu den „Iguazu Falls“ zu kümmern. Als erstes schaute ich einmal nach, wo ich da am besten übernachten könnte. Nach einer Weile knurrte mir der Magen, weshalb ich mich auf den Weg machte, um etwas zu Essen zu besorgen. Da ich wieder einmal mehr am Flughafen mit der PostFinance Karte kein Bargeld abheben konnte, achtete ich darauf, dass ich mit Kreditkarte bezahlen konnte. Als ich um die Ecke eine kleine süsse Bäckerei fand, welche einen grossen Visa-Kleber an der Kasse kleben hatte, bestellte ich mir ein Empanada. Nachdem sie es erwärmt hatte und ich ihr meine Kreditkarte überreichte, meinte sie „cash only“. Da schaute ich sie mit grossen Augen an und deutete auf den Kleber hin. Da winkte sie ab, so nach dem Motto, dass hat nichts zu bedeuten. Etwas verlegen entschuldigte ich mich bei ihr, „sorry, I don’t have any cash so I cannot take it“. Sie schaute mich mit einem breiten Grinsen an, packte das Empanada in eine Tüte und sagte „take it as a gift“. Ich dachte zuerst sie macht einen Witz, doch tatsächlich streckte sie mir die Tüte entgegen und wünschte mir einen schönen Tag. Mir war es überhaupt nicht recht, doch sie sagte immer wieder nur „no worries, it’s a gift to you from me“. Ich war total baff und bedankte mich herzlichst bei ihr. So etwas erlebt man nicht alle Tage. Zurück im Hostel telefonierte ich mit Bopalino, welcher mir per Videotelefonie eine Wohnung in New York zeigte, welche hoffentlich unser neues zu Hause wird. Obwohl das Wifi im Hostel ziemlich schlecht war und es des Öfteren stockte, konnte ich sehen wie toll sie war. Nach einem langen Telefonat machte ich einen Spaziergang über einen nahegelegenen Markt und suchte danach einen Bankomaten auf, bei welchem die PostFinance Karte auf Anhieb funktionierte. Es ist echt wie verhext. Keine Ahnung, Hauptsache ich hatte endlich ein bisschen Bargeld. Interessanterweise war die Bezugslimite auf CHF 100.00 begrenzt, doch immerhin hatte ich ein paar argentinische Pesos im Geldbeutel. Anschliessend lief ich zum „Casa Rosada“ d.h. „Pinkes Haus“, welches als Regierungsgebäude sowie Büro des Präsidenten von Argentinien dient.

Auf dem Rückweg schlenderte ich nochmals über den Markt und landete schlussendlich in einem indischen Restaurant zum Abendessen. Da ich sehr früh dran war, musste ich mich zuerst vergewissern ob sie überhaupt schon geöffnet hatten. Nach einer tollen Unterhaltung über Indien und einem super leckeren Curry, spazierte ich gemütlich zurück ins Hostel.

Ich checkte in einen 4er Dorm ein, in welchem zwar alle Betten besetzt waren, jedoch zurzeit keiner da war. Nach einer wohltuenden Dusche, setzte ich mich mit dem Laptop in den Aufenthaltsraum und schaute mir mal das Wochenprogramm des Hostels an.

Da einige Backpacker am Laptop sassen, war das Internet sehr langsam und ich hatte keine Chance den Flug nach Brasilien zu buchen. Zudem wurde um mich herum ausschliesslich Spanisch gesprochen, was mich gerade an das Hostel in Santiago erinnerte. Vermutlich hätte der eine oder andere auch Englisch gesprochen, doch ich war viel zu müde um mit jemandem das Gespräch zu suchen und ging deshalb schon sehr bald ins Bett.

Nachdem ich lange und sehr gut geschlafen hatte, wollte ich um 11.00 Uhr an der „Free Walking Tour“ nach „La Boca“ teilnehmen. Bei der Lobby angekommen sassen bereits sehr viele Leute bereit. Als es nach 11.15 Uhr war, fragte ich mal ein paar Mädels, ob sie wissen wann die Tour starten würde. Da teilten sie mir mit, dass sie auf ihren Shuttlebus am warten wären und nicht wegen der Tour. Hmmmm, als ich danach an der Rezeption nachfragte, schaute sie mich ganz erstaunt an und meinte, dass diese aufgrund eines Feiertages nicht durchgeführt wird. Ach so, gut zu wissen. Schlussendlich stellte sich heraus, dass all die Leute in der Lobby auf ihre Shuttlebusse warteten. Haha, dass ist doch wieder einmal typisch. Somit zog ich bei wunderschönem Wetter einfach planlos durch die Stadt.

Als ich durch einen Park schlenderte und von diesen Figuren ein Foto machen wollte, turnte die ganze Zeit dieses süsse Mädchen darauf herum. Sie wartete richtig darauf, dass sie mit aufs Bild darf. Nachdem ich ihren Vater kurz um Erlaubnis fragte, knipste ich ab.


Während ich gemütlich durch die Gegend spazierte, stellte ich auf einmal mit Schrecken fest, dass bereits 14.48 Uhr war. Upsi, ich wollte um 15.00 Uhr an der „Free Walking Tour“ teilnehmen, welche beim „Congreso“ startete. Gemäss Google Maps dauerte es gute 30 Minuten bis ich da eintreffen würde. Somit machte ich mich im Stechschritt auf und davon. Etwas keuchend traf ich gerade noch rechtzeitig ein, nachdem sie die Gruppe in Englisch und Spanisch aufgeteilt hatten. Anfänglich zog es mir überhaupt nicht und ich war kurz davor wieder zu gehen. Doch dann wurde es doch noch ziemlich interessant und spannend. Nicht unbedingt wegen den Orten, welche wir besuchten, viel mehr die Geschichten, welche er uns zu Buenos Aires erzählte.

Als ich zurück ins Zimmer kam, lernte ich kurz ein Mädel und einen Typen kennen, welche sehr kurz angebunden waren. Sie gaben einem schnell zu verstehen, dass sie keine weitere Gesellschaft wünschen. Nachdem ich aus der Dusche kam, waren sie auch schon wieder weg. Danach setzte ich mich in den Aufenthaltsraum und suchte mir zur Feier des Tages – da ich heute vor einem Jahr meine Weltreise startete 😉 – ein leckeres Steakhouse. Schlussendlich landete ich im Restaurant „La Brigada“ und hatte einen richtig tollen Abend. Als ich mich im Restaurant so umsah, musste ich gleich an meinen Vater denken, welchem es hier sehr gefallen würde. Bis in die letzten Ecken waren die Wände mit jeglichen Fussball-Erinnerungsstücken aus den vergangenen Jahren verziert.

Die Kellner konnten zwar kaum Englisch, kümmerten sich jedoch spitze um mich. Vermutlich dachten sie, dass ich versetzt wurde, denn ich wurde mehrfach gefragt ob noch jemand kommen wird. Als ich die Speisekarte öffnete, sah ich dass alles nur auf Spanisch angeschrieben war. Haha, dass kann ja heiter werden. Ich suchte nach einem „Filet Mignon“, was hier ein „Bife de Lomo“ war, wenn ich den Kellner richtig verstanden habe. Danach stellte ich auf einmal fest, dass hinter dem spanisch geschriebenen ganz ganz ganz klein die Übersetzung auf englisch stand, was ich jedoch ohne Brille einfach nur als schwarzer Strich wahrnahm. Schlussendlich bestellte ich mir ein Filet Mignon mit Champignon und Kartoffeln. Eigentlich wollte ich noch ein Glas Rotwein dazu, da sie jedoch nur Flaschen im Angebot hatten, entschied ich mich für ein Radler. Danach brachte mir der Kellner ein Bier und eine Flasche Sprite. Doch das Bier war pur schon super lecker, dass ich das Sprite gar nicht brauchte. 

Als er mir das Essen servierte musste ich kurz lachen, da es etwas anders daher kam, als ich dachte. Es schwamm alles in der Sauce und war wie ein Eintopf. Beim Anrichten fielen dem Kellner mehrere Kartoffeln auf den Boden und der ganze Tellerrand war mit Sauce verspritzt, aber Hauptsache wir hatten es lustig. Schlussendlich war es seeeeehr lecker, einfach der Hammer. Während ich mein Steak in vollen Zügen genoss, schossen mir 1000 Gedanken und Bilder dieses abenteuerlichen Jahres durch den Kopf. Einfach unglaublich was ich in dieser Zeit alles erleben durfte. Ich bin extrem stolz auf mich und einfach überglücklich, dass ich diesen Schritt gewagt hatte. Auch wenn es nicht immer einfach war, bereue ich meine Reise keine Sekunde. In diesem Jahr kullerten mir oftmals Tränen über meine Wangen, weil ich meinen Schatz so sehr vermisste. Doch dank seiner endlosen Unterstützung vor und während der Reise haben wir es gemeinsam geschafft. Bopa, I love you to the moon and back. 😉

Da es ziemlich spät und dunkel war, erkundigte ich mir vor Verlassen des Restaurants kurz, ob ich in dieser Gasse wo ich herkam, sorglos wieder zurücklaufen kann. Doch der Kellner meinte dann gleich, dass es sicherer sei einen anderen Weg zum Hostel zu nehmen. Er kam kurz mit mir nach draussen und zeigte mir wo ich lang musste. Zurück im Hostel, setzte ich mich in den Aufenthaltsraum und telefonierte ganz lange mit meinem allerliebsten Bopalino.

Nach dem Frühstück nahm ich um 11.00 Uhr an der „Free Walking Tour“ nach „La Boca“ teil, welche diesmal durchgeführt wurde. Wir waren eine kleine Gruppe von nur 8 Leuten. Als wir mit dem Bus da eintrafen, erhielten wir eine sehr interessant 2-stündige Führung durch das farbenfrohe „La Boca“.

Ich hatte bis anhin noch kein Land bereist, in welchem der Fussball über allem stand, sowie dies in Argentinien der Fall war. Deshalb war ich auch nicht überrascht, dass auf einem Balkon der Fussballgott „Diego Maradona“ als Figur verewigt wurde. Neben dran stand“Eva Perón“, jedoch besser bekannt als „Evita“. Sie war die Frau des argentinischen Präsidenten Juan Perón und somit First Lady von Argentinien, welche sich extrem für die Arbeiterklasse eingesetzt hatte und deshalb als Heldin gefeiert wurde. Die dritte Figur stellte „Carlos Gardel“ dar, welcher der bekannteste Tango-Sänger war, von welchem ich jedoch zuvor noch nie etwas gehört hatte.

Nach der Führung fuhren alle gleich wieder in die Stadt zurück. Ich entschied mich noch etwas hier zu bleiben, da ich absolut keinen Stress hatte und es mir richtig gut gefiel. Ich schlenderte gemütlich durch die farbenfrohen Gassen, kaufte mir ein tolles Magnet und knipste noch ein paar coole Fotos.

Nach ein paar Stunden machte ich mich dann mit dem Bus zurück in die Stadt, wo ich beim „Plaza de Mayo“ ausstieg und zurück Richtung Hostel lief.

Auf dem Rückweg machte ich noch einen kurzen Abstecher in eine Gelateria, welche ich beim Vorbeigehen die letzten Tage entdeckt hatte. Ich bestellte eine Kugel „Dulce de Leche“, doch die Dame hatte es sehr gut mit mir gemeint. Mmmmmh, war das lecker…..

Zurück im Zimmer, nahm ich meinen Laptop hervor und kümmerte mich um meine Weiterreise. Dabei hatte ich nicht bemerkt, dass mir aus Versehen der 2. Akku der Kamera unter den Laptop gerutscht war, welchen ich überall suchte. Nachdem ich alles mehrfach aus und wieder eingeräumt hatte, gab ich die Suche auf. Erst als ich ein paar Stunden später den Laptop versorgen wollte, lag er stillschweigend darunter. Spitze, ich dachte schon ich hätte ihn verloren. Ich hüpfte kurz unter die Dusche und wollte danach einen kleinen Buchungsmarathon starten. Doch daraus wurde leider nichts. Kaum kam ich aus der Dusche raus, wurde ich von einer neuen Zimmergenossin total zugelabert. Sie redete ohne Punkt und Komma, was mir gerade etwas zu viel war. Obwohl ich mehrfach versuchte aus dem Gespräch auszusteigen, hatte ich keine Chance. Somit packte ich nach einer Weile meine Sachen zusammen und setzte mich in den Aufenthaltsraum. Ich wärmte mir meine Curry-Resten vom Inder auf und rief dabei Bopalino an. Als ich später zurück ins Zimmer kam, war sie zum Glück bereits im Bett. Ich machte mir leise noch ein paar Notizen im Blog und verlegte meinen Buchungsmarathon auf den nächsten Tag.

Nach dem Frühstück verkroch ich mich in den Aufenthaltsraum im Keller, welchen ich gestern per Zufall entdeckt hatte und so wie es aussah nicht viele kannten. Ich brauchte mal etwas Ruhe um mit meinen Buchungen vorwärts zu kommen. Spitze, keiner war da und das Internet super schnell, genau dass, was ich jetzt brauchte. Unglaublich aber wahr, ich konnte meinen Weiterflug nach Iguazu nicht buchen. Ich dachte eigentlich immer, dass es an der  „Sky Airline“ lag, doch nun stellte sich heraus, dass ich mit anderen Airlines in Südamerika ebenfalls Probleme hatte. Äääääh, ich mach bald die Schraube. Stunden später hatte ich zwar noch immer keinen Flug, dafür ein tolles lange Telefonat mit meinen Eltern, welche sich immer riesig freuten mich zu sehen. Danach hüpfte ich unter die Dusche und holte mir beim „San Telmo Market“ zwei Empanadas, welche umgerechnet weniger als 2 Schweizer Franken kosteten. Es ist echt unglaublich wie billig hier die Sachen sind. Zurück im Hostel setzte ich mich in den Aufenthaltsraum und gönnte mir zu den leckeren Empanadas ein kühles Blondes. Um 19.00 Uhr fand eine gratis Tango-Tanzstunde im Hostel statt, an welcher ich natürlich auch teilnahm. Wir waren eine kleine Gruppe von 10 Leuten und zu meiner Überraschung tatsächlich 4 Männer. Die Tanzlehrerin zeigte uns Schritt für Schritt die verschiedene Tanzschritte vor und dann tanzte man kreuz und quer durcheinander. Es machte total Spass, auch wenn es sauschwierig war. Obwohl es sauschwierig war, machte es total Spass. Doch kaum war die Tanzstunde vorbei, machte jeder wieder sein Ding. Manchmal trifft man es voll mit einem Hostel und manchmal ist einfach der Wurm drin, wie hier und man lernt kaum jemanden kennen. Somit holte ich meinen Laptop hervor und schaute mir die Inputs von Lorena für unsere gemeinsame Reise durch Brasilien an. Nachdem ich ihre tollen Vorschläge in Ruhe angeschaut hatte, gab es kaum noch etwas zu ergänzen. Bevor ich mich schlafen legte, rief mich kurz Bopa an um mir mitzuteilen, dass er sämtliche Unterlagen für die Wohnung unterschrieben und eingereicht hatte. Somit hiess es nun Daumen drücken, dass wir die Wohnung kriegen.

Beim Frühstück lernte ich Anne, aus Deutschland und Grace, aus England kennen. Als ich ihnen mitteilte, dass ich nachher an der „Free Walking Tour“ nach „Recoleta“ teilnehmen werde, kamen beide spontan mit.

Pünktlich um 11.00 Uhr ging es los und wir liefen mit dem Rest der Gruppe quer durch die Stadt, bis wir beim „Cementerio de la Recoleta“ eintrafen.

Da angekommen, erhielten wir eine sehr spannende Führung durch den bekannten Friedhof von Buenos Aires. In diesem fanden namhafte Personen wie Eva Perón, ehemalige Präsidenten Argentiniens, Nobelpreisträger und viele mehr ihre letzte Ruhe.


Die meisten Gräber stechen mit ihrer Grösse und gewaltigen Figuren heraus, weshalb wir vom Grab von „Eva Perón“ ziemlich überrascht waren. Zum einen wegen seiner eher unscheinbaren Erscheinung und zum anderen, dass sie im Familiengrab Duarte, ihrem Mädchennamen, liegt.

Nach einer interessanten Tour durch den Friedhof, machten wir uns zu Fuss auf den Weg ins Stadtviertel „Palermo“.

Wir hatten kein spezifisches Ziel, sondern wollten einfach noch einen anderen Stadtteil kennen lernen. Jedoch ratschten wir so viel, dass wir die Gegend um uns herum kaum wahr nahmen. Doch diese riesige Metallblume, konnte man nicht übersehen. 

Nachdem wir zwei Stunden durch das Quartier spazierten, fuhren wir mit der Metro wieder zurück in den Stadtteil „San Telmo“, in welchem unser Hostel war.


Während die anderen am „San Telmo Market“ Essen gingen, klinkte ich mich aus und hüpfte unter die Dusche. Denn ich hatte mir für heute Abend ein Ticket für eine „Tango-Show im Piazzolla“ gebucht. Obwohl es für argentinische Verhältnisse eher teuer war, fand ich umgerechnet 50 Schweizer Franken für die Show inkl. Nachtessen, Transfer und einer Tango-Tanzstunde ziemlich billig. Ich war sehr gespannt und freute mich riesig auf den Abend. Überpünktlich stand der Minivan vor der Tür und ich war natürlich noch nicht ganz fertig. Wie mir die Dame an der Rezeption gestern mitgeteilt hatte, werden vermutlich noch weitere Backpackers von anderen Hostels dazu steigen. Doch dem war nicht so, ganz im Gegenteil. Als nächstes stiegen zwei fein rausgeputzte Frauen in High Heels ein und danach fuhren wir bei einem wunderschönen 5 Sterne Hotel vor, in welchem ein Herr im Smoking und seine Frau im Abendkleid in den Minivan einstiegen. Haha, also alles andere als Backpackers. Ich musste innerlich so lachen, da ich nichts schickes dabei hatte und einfach meine schwarzen Leggings sowie meine Trekking-Schuhe trug. Beim Theater angekommen, wurden wir in einen wunderschönen Saal begleitet, in welchem zum Auftakt die Tango-Tanzstunde stattfand.

Ich setzte mich auf einen Stuhl und bereits kurze Zeit später wurde die Tango-Tanzstunde eröffnet. Nach einer lustigen Tanzstunde, bei welcher wir die ersten Grundschritte kennen lernten, begaben wir uns für die Show sowie das Abendessen in einen anderen Saal. Ich war schon ziemlich neugierig wo sie mich hinplatzieren werden, da ich alleine war. Die Dame bei der Ticketkontrolle meinte, dass ich kurz warten müsse. Interessant, denn alle anderen Leute wurden direkt durchgewinkt und an einen Tisch im Saal platziert. Ein paar Minuten später kam eine andere Mitarbeiterin zu mir hin und bat mich ihr zu folgen. Hmmm komisch, sie lief gar nicht in den grossen Saal hinein. Jetzt bin ich ja echt gespannt, wo die mich hinführen wird. Dann öffnete sie einen kleinen Vorhang und sagte mit einem breiten Grinsen „Please, take your seat“. Ich schaute sie mit offenem Mund an und dachte echt ich spinne. Ich kriegte den vordersten Balkon mit freier Sicht auf die Bühne ganz für mich alleine. Ich konnte es echt kaum glauben und strahlte wie ein Marienkäfer. 😉

Als ich in den eng bestuhlten Saal schaute, fühlte ich mich echt wie eine kleine Prinzessin. Es war einfach der absolute Hammer, ich war total überwältigt und konnte es kaum fassen…..

Ich rief sofort meinen Schatz an, da ich diesen tollen Moment einfach mit ihm teilen wollte. Als ich die Kamera einschaltete und ihm zeigte welchen Platz ich erhalten hatte, flippte er vor Freude fast aus.

Ich genoss diesen wunderbaren Abend bei einem sehr leckeren Nachtessen mit einer guten Flasche Wein, welche ebenfalls offeriert wurde. Einfach himmlisch, wie ich hier verwöhnt wurde.

Als die Lichter gedimmt wurden, kam ein Tangotänzer bei jedem Balkon vorbei und man hatte die Gelegenheit mit diesem in einer Tanzposition ein Foto zu knipsen, welches man nach der Show kaufen konnte. Das Foto wurde spitze, auch wenn die Position, wenn man die Beine nicht komplett sieht, doch etwas speziell aussieht. 😉

Danach lehnte ich mich auf meinem Stuhl zurück und genoss eine umwerfend tolle Tango-Show. Es wurde wie wild getanzt und gesungen, einfach der absolute Wahnsinn und dies alles in nächster Nähe, so dass ich sie fast anfassen konnte.

Nach der Show kaufte ich kurz das Foto und lief zum Treffpunkt, wo der Fahrer bereits auf uns wartete. Da die beiden Frauen nach einer ganzen Weile nicht auftauchten, fuhren wir ohne sie los. Kurz vor 1.00 Uhr traf ich nach diesem absolut genialen Abend im Hostel ein und fiel überglücklich ins Bett.

Nach dem Frühstück musste ich kurz ein paar Sachen erledigen. Als erstes brauchte ich Bargeld, damit ich im Hostel das Ticket von gestern bezahlen konnte. Danach buchte ich für den kommenden Sonntag den Flughafentransfer und wollte mir eigentlich noch eine SIM-Karte besorgen, welche ich immer noch nicht hatte, aber auch nicht wirklich brauchte. Somit liess ich es sein. Bevor ich mit Grace zur „Graffiti Tour“ aufbrach, gönnte ich mir noch zwei leckere Empanadas.

Danach machten wir uns mit der Metro auf den Weg in den Stadtteil von „Palermo“. Da angekommen, konnten wir den Treffpunkt einfach nicht finden. Kurz bevor wir aufgeben wollten, kam uns die Gruppe direkt entgegengelaufen. Wir schlichen uns kurzerhand dazu und duften während 2 Stunden unzählig viele tolle Graffitis bestaunen…..


Zum Abschluss durften wir noch dieses Graffiti-Tor bestaunen, was das absolute Highlight war. 

Nach dieser coolen Tour und bei dem herrlichen Wetter, machten wir einen kleinen Abstecher in den „Temple“ und bestellten uns zwei Bier. Das hatten wir uns nun verdient. Als wir uns draussen an einen Tisch setzen wollten, sahen wir zwei Jungs, welche ebenfalls an der Tour teilnahmen und setzten uns zu ihnen hin.

Nach einem Bierchen wollten wir eigentlich wieder aufbrechen, doch wir hatten es so lustig mit Stuart und Rupesh, dass wir den Rest des Tages mit den Beiden verbrachten. Die zwei Jungs waren gerade auf ihrer Hochzeitsreise und reisten für ein paar Monate um die Welt. Zudem hatten wir später noch das Vergnügen von einem Strassen-Magier einen ziemlich coolen Trick vorgeführt zu bekommen. Er berührte anfänglich Stuart’s Hand dreimal und danach nicht mehr. Doch Stuart hatte immer noch das Gefühl, dass der Magier ihn an der Hand, am kleinen Finger, am Ringfinger und zum Schluss sogar am Ellenbogen anfasste. Hmmmm, das Geheimnis des Tricks wollte der Magier uns selbstverständlich nicht verraten. 😉

Irgendwann knurrte uns allen der Magen, weshalb wir uns auf die Suche nach einer Pizzeria machten. Nach einer leckeren Pizza, fuhren wir kurz vor Mitternacht mit der Metro zurück zum Hostel. Kaum eingestiegen, stellten wir fest, dass diese in die falsche Richtung fuhr. Zum Glück war der nächste Stop zugleich auch der Letzte und somit fuhr die Metro wieder in die Gegenrichtung. Doch wir durften nicht sitzen bleiben. Wir musste einmal um die Metro herumlaufen und auf der anderen Seite wieder in die gleiche Metro einsteigen. Nachdem wir uns von den Jungs verabschiedet hatten, trafen wir nach einem kurzen Spaziergang wieder beim Hostel ein.

Um 10.00 Uhr verabredete ich mich mit Grace und Anne, um gemeinsam das „El Ateneo Grand Splendid“ zu besuchen. Dies ist ein ehemaliges Theater, welches zu einer Buchhandlung umgebaut wurde und im Jahr 2019 sogar als „schönste Buchhandlung der Welt“ ausgezeichnet wurde. Auf dem Weg dahin, sahen wir aus dem Bus heraus, dass eine Parade im Gange war, bei welcher wir später vorbeischauen wollten. Bevor wir die Buchhandlung besuchten, setzten wir uns in der Nähe in ein gemütliches Kaffee und ratschten über Gott und die Welt. Draussen war es arschkalt und es regnete schon den ganzen Vormittag. Gestärkt machten wir uns dann auf den Weg zum wunderschönen „El Ateneo Grand Splendid“.

Nach einem tollen Rundgang durch die Buchhandlung, gönnten wir uns trotz der Kälte ein leckeres Eis. Während sich Anne ausklinkte, spazierten Grace und ich gemütlich Richtung „Plaza de la República“, bei welchem die Parade „Entrada Integración Cultural Bolivia Baila En Buenos Aires Argentina“ noch in vollem Gange war.

Auf dem Rückweg zum Hostel, besorgte sich Grace eine „Pizza de Molde“, welches eine typische argentinische Pizza ist. Es handelt sich dabei um einen sehr dicken, schwammigem Teigboden, welcher mit ganz viel Käse überzogen ist. Da Grace nicht nur ein Stück, sondern gleiche eine ganze Pizza kaufen musste, hatten wir auch gleich ein Abendessen. Danach packte ich in Ruhe all meine Sachen zusammen, schaute mir noch ein paar Hostels in Brasilien an und hatte ein langes Telefonat mit Lorena, welche ich schon ganz bald in Salvador treffen werde. Juhuiiiii, wir freuten uns schon riesig auf unseren gemeinsamen Trip durch Brasilien.

Puerto Iguazu – 21.10.18 

Pünktlich um 7.00 Uhr stand das Taxi vor dem Hostel bereit, welches mich zum Flughafen brachte. Halleluja, der Taxifahrer war ein richtiger Rowdy. Mal fuhr er rechts, dann wieder links an den vorausfahrenden Autos vorbei, obwohl wir absolut keinen Stress hatten. Am Flughafen angekommen lief alles nach Plan und es dauerte noch eine ganze Weile bis ich boarden konnte. Als ich in den Flieger einstieg und zu meinem Sitz lief, war dieser bereits besetzt. Als ich dem Typ meinen Boardingpass zeigen wollte, setzte er sich stillschweigend auf den Gangplatz. Haha, man kann es ja mal versuchen, sich den Fensterplatz zu ergattern. Bereits kurze Zeit später hob die Maschine ab. Ich war schon so gespannt und freute mich riesig die „Iguazu Falls“ zu besichtigen, welche zusammen den grössten Wasserfall der Welt bilden und zu den 7 Weltwunder der Natur gehören.

Nach der Landung fuhr ich mit dem Shuttlebus direkt zum „Iguazu Falls Hostel“, bei welchem ich glücklicherweise gleich ins Zimmer einchecken konnte. Ziemlich einfach, aber das passt schon. Es war so warm, dass ich mich als erstes umziehen musste. Nachdem ich sommerliche Kleidung angezogen hatte und meine Wertsachen eingeschlossen waren, erkundigte ich mich an der Rezeption nach der Bushaltestelle zu den „Iguazu Falls“. Heute wollte ich mir die brasilianische Seite anschauen. Nachdem sie mir erklärt hatte wo die Bushaltestelle ist, teilte sie mir zudem mit, dass der nächste Bus erst in einer Stunde fahren wird. Hmmmm, dass wird wohl etwas stressig. Denn ich muss zuerst aus Argentinien aus- und in Brasilien wieder einreisen und somit beide Male den Pass stempeln lassen. Doch das Wetter war sooooo schön, dass ich es nicht bleiben lassen wollte. Insbesondere nachdem ich gesehen hatte, dass die Wettervorhersage ab übermorgen ziemlich schlecht aussah. Somit schlenderte ich gemütlich zur Bushaltestelle. Da angekommen meinte der Typ am Schalter, dass ich mich ziemlich beeilen müsse. Der Bus werde in 5 Minuten abfahren und das Ticket müsse ich direkt im Bus kaufen. Whaaaaat!?! Die Dame an der Rezeption hatte sich wohl um eine halbe Stunde vertan. Somit rannte ich gleich los. Da der Bus noch nicht eingetroffen war und ich unbedingt noch eine Flasche Wasser mitnehmen wollte, eilte ich kurz in die gegenüberliegende Tankstelle von welcher aus ich die Bushaltestelle im Blick hatte. Da ich nun auch keine Zeit mehr zum Essen hatte, kaufte ich mir ein paar Knabbereien ein. Kaum hatte ich bezahlt, fuhr der Bus schon ein. Somit schnell zurück. Als ich mich in die Schlange stellte, sah ich das alle bereits ein Ticket hatten. Äääääh, das darf doch jetzt nicht wahr sein. Doch bevor ich zurück an einen anderen Schalter rannte, bat ich den Buschauffeur auf mich zu warten. Schweissgebadet kam ich mit dem Ticket in der Hand zurück, setzte mich keuchend in den Bus und schon ging es los. Ich lehnte mich in meinem Sitz zurück und schaute in die Runde. Da sah ich Roddy, aus England, welcher im Flieger „aus Versehen“ auf meinem Sitz sass. Als ich nach der ersten Passkontrolle, der Ausreise aus Argentinien, wieder in den Bus einstieg, sah ich auch noch zwei Deutsche im Bus sitzen, welche zuvor ebenfalls mit mir im Flieger waren. Nach der Einreise in Brasilien dauerte es nicht mehr lange, bis wir beim Eingang der „Iguazu Falls“ eintrafen. Ich kaufte mir ein Ticket und stellte mich in die Schlange. Dabei kam ich mit den beiden Deutschen, Pascal und Martin – die Namen kann ich mir ja super merken, wie mein Schatz und sein Bruder – ins Gespräch. Danach stiess auch noch Roddy zu uns. Anfänglich wussten wir nicht, warum es hier so eine lange Schlange hatte. Doch dann stellten wir schnell fest, dass wir noch nicht beim eigentlichen Parkeingang waren und nochmals mit einem Bus fahren mussten. Das dauerte schlussendlich alles viel länger als gedacht und wir trafen erst um 15.15 Uhr im Park ein.

Bereits beim Anstehen machte ich den Jungs den Vorschlag mit einem Taxi anstatt dem Bus zurückzufahren. Ansonsten hätten wir bereits in einer Stunde wieder beim Eingang sein müssen. Die Jungs waren sofort einverstanden und wir verabredeten uns um 18.00 Uhr am Ende des Parks, falls wir uns verlieren sollten. Es kristallisierte sich sehr schnell heraus, dass die Jungs viel schneller unterwegs waren als ich, da sie kaum Fotos knipsten. Somit liess ich sie ziehen und konnte die faszinierende Natur um mich herum so richtig auf mich wirken lassen. Wieder einmal mehr sagen Bilder mehr als 1000 Worte….. 

Beim letzten Abschnitt des Parks, kommt man den Wasserfällen so nahe, dass man pflotschnass wird, wie man unschwer erkennen kann. Doch bei diesen warmen Temperaturen, war es eine angenehmen Abkühlung.

Schlussendlich blieben wir bis nach Sonnenuntergang da und wurden um 18.30 Uhr aus dem Park geworfen, da dieser geschlossen wurde. Wir fuhren mit dem letzten Bus zum Eingang zurück und angelten uns das letzte verbleibende Taxi. Nachdem wir aus Brasilien wieder aus- und in Argentinien eingereist waren, verabredeten wir uns später zum Abendessen. Ich hüpfte kurz unter die Dusche und lief danach gleich zum Treffpunkt. Nach einem sehr leckeren Abendessen verabredeten wir uns für morgen früh um gemeinsam die „Iguazu Falls“ auf der argentinischen Seite zu besichtigen. Zurück im Hostel telefonierte ich mit Lorena um die letzten Details zu unserem Brasilientrip zu besprechen und buchte anschliessend das Hostel in Salvador. Da das Internet sehr langsam war, was jedoch zu erwarten war, konnte ich die vielen Fotos und Videos nur auf dem Laptop speichern und nicht in der Cloud sichern. Als ich danach ins Badezimmer lief um mir die Zähne zu putzen, rannte mir gleich eine Kakerlake entgegen. Huch, so eine hatte ich ja lange nicht mehr gesehen. Danach legte ich mich ins Bett und stiess mir gleich Ohropax in die Ohren, da die eine Zimmergenossin so extrem schnarchte, dass fast die Wände zitterten. 

Kurz nach 7.00 Uhr stand ich todmüde auf, da ich fast kein Auge zugetan hatte. Am liebsten wäre ich einfach liegen geblieben, doch es war viel zu schön, dass ich mir diesen tollen Tag nicht entgehen lassen wollte. Zudem hatte ich mich mit den Jungs verabredet. Wie vereinbart, traf ich um 8.15 Uhr bei der Bushaltestelle ein. Ich war sogar die Erste, was sehr selten vorkommt. Kurze Zeit später kamen auch schon Pascal und Martin um die Ecke, doch von Roddy fehlte jede Spur. Nachdem wir eine Weile gewartet hatten, entschieden wir uns ohne ihn loszugehen. Da keiner von uns seine Nummer hatte, konnten wir uns auch nicht bei ihm melden. Somit kauften wir uns ein Busticket und fuhren um 8.30 Uhr zu den „Iguazu Falls“ auf der argentinischen Seite. Kaum angekommen, starteten wir gleich mit dem „Upper Trail“ und waren für kurze Zeit zu Dritt unterwegs.

Doch die Jungs hatten so ein Eiltempo drauf, dass ich mich schnell wieder ausklinkte. Ich hatte keine Lust durch den Park zu rennen und wollte sie in ihrem Marschschritt auch nicht aufhalten. Somit genossen wir den Tag getrennt, was sowohl für die Jungs als auch für mich perfekt war. Denn bereits beim ersten Aussichtspunkt, blieb mir fast der Atem stehen und es folgten noch ganz viele solche Momente…..

Nach dem ersten umwerfend schönen Trail, startete ich den „Lower Trail“, bei welchem ich den Jungs wieder über den Weg lief. Nach einem kurzen Schwatz, zogen die Beiden wieder los und ich genoss die bezaubernde Natur um mich herum in vollen Zügen…..


Bereits die brasilianische Seite der „Iguazu Falls“ war total faszinierend, doch aufgrund dessen, dass die argentinische Seite viel grösser und somit auch abwechslungsreicher ist, übertraf sie alles. Doch es ist es auf jeden Fall wert, unbedingt beide Seiten zu besuchen. Bevor ich mit dem Zug bis zur „Garganta Station“ fuhr, gönnte ich mir mal eine Pause und genoss ein leckeres Eis. Als ich bei der Station eintraf, spazierte ich zum Abschluss gemütlich den „Garganta del Diablo Trail“ und tauchte ein letztes Mal in die bezaubernde Schönheit des grössten Wasserfalls der Welt ein…..

Total überwältig von diesem tollen Tag, wartete ich auf den Zug, wo ich mit zwei deutschen älteren Pärchen Bekanntschaft machte. Einer der Herren kam gerade mit 4 Bier zurück und verteilte sie in der Runde. Er schaute mich an und sagte, „wenn ich das gewusst hätte, hätte ich natürlich 5 gebracht. Komm nimm meins, ich hol noch eins“. Bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, hatte ich schon ein Bier in der Hand. Und ehrlich gesagt, hatte ich so richtig Lust darauf. Als der Zug einfuhr, setzte ich mich zu ihnen hin. Wir ratschten die ganze Zeit übers Reisen, da sie extrem interessiert waren und selbst schon sehr viel gereist sind. Die Zugfahrt war viel zu kurz, wir hätten uns noch lange unterhalten können. Als ich mich bei der Ankunft nochmals für das Bier bedankte und mich von ihnen verabschiedete, kamen mir gleich Pascal und Martin entgegen, welche ebenfalls im Zug waren. Nun mussten wir uns ein bisschen beeilen, da der letzte Bus um 17.00 Uhr fuhr und es schon 16.52 Uhr war. Somit marschierten wir im Stechschritt zur Bushaltestelle. Da angekommen, war der Bus bereits randvoll. Doch kein Grund zur Panik, der Buschauffeur teilte uns mit, dass in ein paar Minuten ein nächster Bus kommen wird. Anstatt in der Reihe stehen zu bleiben, spazierten wir noch ein bisschen hin und her, weshalb dann auch der nächste Bus für uns keinen Platz mehr hatte. Zum Glück stand ein dritter Bus schon bereit. Wir rührten uns nicht von der Stelle, damit wir gleich einsteigen konnten. Als wir kurze Zeit später zurück im Städtchen Puerto Iguazu eintrafen, hüpfte ich kurz unter die Dusche und verabredete mich mit den beiden Jungs zum Pizza essen. Danach gönnten sich die Beiden noch ein Eis, doch ich war so satt, dass ich nichts mehr runter kriegte. Nach einem gemütlichen Verdauungsspaziergang durch das kleine Städtchen verabschiedete ich mich von den Beiden, da sie morgen früh weiterreisen werden. Zurück im Hostel telefonierte ich lange mit meinem Schatzi, bevor ich mich schlafen legte.

Nachdem ich nun die brasilianische und argentinische Seite der „Iguazu Falls“ bei bestem Wetter besichtigt hatte, gab es hier nicht mehr viel zu sehen. Somit konnte ich es sehr gemütlich angehen. Ich hatte bewusst mehrere Nächte in Puerto Iguazu eingeplant, um die Chance auf gutes Wetter, zur Besichtigung der Wasserfälle, zu erhöhen. Das die ersten beiden Tage gleich der Hammer sind, wusste ich zum Zeitpunkt der Buchung natürlich nicht. Als erstes kümmerte ich mich um meinen grossen Haufen Dreckwäsche, welcher dringend gewaschen werden musste. Somit erkundigte ich mich kurz bei der Dame an der Rezeption, welche mir eine Wäscherei ganz in der Nähe empfiehl. Somit machte ich mich bei Regen auf den Weg zur Wäscherei, bei welcher ich um 8.30 Uhr bereits zwei grosse Plastiksäcke voller Dreckwäsche abgab. Auf dem Rückweg ins Hostel kaufte ich mir in einer Bäckerei einen Café Latte sowie ein Brötchen und Schokolade, da das Frühstück im Hostel ziemlich ungeniessbar war. Allgemein ist das Hostel ziemlich in die Jahre gekommen und nicht wirklich der Hit. Doch die Auswahl an Hostels war in diesem kleinen Städtchen sehr rar. Egal, die restlichen Tage werde ich es auch noch überstehen.

Zurück im Hostel setzte ich mich an einen Tisch auf der bedeckten Terrasse und ass genussvoll mein Brötchen mit viel Schokolade. Als mich auf einmal ein Typ am Tisch daneben ansprach, so nach dem Motto, dass wir uns kennen. Im ersten Momente fiel der 20er nicht, doch als seine Freundin um die Ecke kam, war alles klar. Wir hatten uns gestern im Park getroffen und ich hatte ihn um ein Foto gebeten. Da meinte seine Freundin zu ihm, er solle ganz viele Fotos von mir machen, denn eines sei keines. Wir Frauen hätten sowieso meistens etwas zu meckern, sie wisse selbst ganz genau wie das ist. Haha, ich musste so lachen. Aber wo sie recht hat, hat sie recht. Voll witzig, dass wir im gleichen Hostel waren. Wir ratschten stundenlang über Gott und die Welt, während es regnete und regnete und regnete. Freya und Ed sind vor drei Jahren nach Australien ausgewandert und waren nun auf der Rückreise nach England, wo sie ursprünglich beide her sind. Während wir gemütlich am plaudern waren, machten wir auf einmal mit der Hausratte Bekanntschaft, welche plötzlich aus der Küche hervorkam und sich im Mülleimer bediente. Boah, echt widerlich. Gott war ich froh, dass ich mein eigenes Frühstück hatte. Nachdem ich mich von den Beiden verabschiedet hatte, da sie in ein paar Stunden weiterreisen werden, holte ich meinen Laptop hervor und kümmerte mich um meine eigene Weiterreise. Denn die vielen Flüge buchten sich nicht von alleine. Mit einem etwas mulmigen Gefühl machte ich mich an die Arbeit und stellte mich von Anfang an drauf ein, dass irgendetwas nicht klappen wird. Doch zu meinem grossen Erstaunen lief auf Anhieb alles rund und in weniger als 20 Minuten hatte ich den Flug nach Salvador sowie den Flug von Salvador nach Maceió gebucht. Yepa, dass ist ja geil, ich konnte es kaum glauben. Danach schaute ich mir nochmals ein paar Hostels ins Brasilien an, insbesondere in Maceió. Als ich alles erledigt hatte, sortierte ich den Rest des Tages die unzählig vielen Fotos und Videos der letzten zwei Tage aus. Am Abend holte ich meine frisch gewaschene Wäsche ab, welche super fein roch und sogar gebügelt wurde. Wow, fast wie im „Hotel Mama“.

Danach hüpfte ich kurz unter die Dusche und besorgte mir ein Subway-Sandwich sowie ein Bierchen in einem Kiosk. Nachdem ich das Bier bezahlt hatte, stiess ich beim Weglaufen mit dem Bein aus Versehen an ein Regal und auf einmal fielen Dutzende von Schokoladenriegel auf den Boden. Es war echt wie mit Dominosteinen, es hörte nicht mehr auf. OMG, tat mir das leid. Vor allem weil ich bereits heute morgen in diesem Kiosk war und dem Verkäufer zusah, wie er all die Riegel mühsam im Regal einräumte. Ich hatte echt ein schlechtes Gewissen und entschuldigte mich x-mal. Zudem bot ich ihm meine Hilfe an, welche er jedoch dankend ablehnte. Er dachte wohl so ein Tollpatsch richtet nur noch mehr Schaden an. 😉 Zurück im Hostel genoss ich mein Sandwich bei einem Bierchen und nahm danach nochmals meinen Laptop hervor. Ich arbeitete ein bisschen an meinem Blog, da ich seit Buenos Aires nichts mehr gemacht hatte. Anschliessend kümmerte ich mich um die letzten Vorbereitungen für Brasilien und hatte ein kurzes Telefonat mit Lorena. Juhuiiiii, wir freuen uns so sehr auf unser Wiedersehen und vor allem auch auf unsere gemeinsame Reise. Ich fand es richtig spitze die letzte Etappe meiner Weltreise mit jemandem zu teilen, den ich von Herzen mag.

Nachdem ich lange ausgeschlafen hatte, schnappte ich meinen Laptop und sortierte meine Bilder aus. Das Wetter war so trostlos, dass ich absolut nichts verpasste. Ich war so froh, dass ich die „Iguazu Falls“ gleich am Anfang besichtigt hatte, denn seither regnete es ununterbrochen. Zudem buchte ich das Hostel in Maceió und Maragogi, während sich Lorena um das Mietauto kümmerte. Yes, so langsam aber sicher nimmt das ganze Form an. Huch, ich war es gar nicht mehr gewohnt so lange am Laptop zu sitzen und brauchte dringend eine Pause. Somit besorgte ich mir Empanadas sowie ein Bierchen und setzte auf die bedeckte Terrasse zum Abendessen. 

Danach hatte ich ein langes Telefonat mit Bopalino, welcher sich in New York gut eingelebt hatte und sich sehr wohl fühlte. Doch ich spürte auch, dass er sich danach sehnte, dass ich endlich wieder bei ihm bin. Mein Schatzi hatte zu diesem Zeitpunkt keine Ahnung, dass ich mich längst entschieden hatte, ihn Mitte November in New York zu überraschen und meine Weltreise zu beenden.

Auch an meinem letzten Tag in Puerto Iguazu, regnete es den ganzen Tag. Somit nutzte ich die Zeit um allerlei Bürokram zu erledigen. Anschliessend machte ich mich nochmals hinter die Fotos und Videos. Bald hatte ich es geschafft. Danach packte ich in Ruhe all meine Sachen zusammen, damit ich für meine morgige Weiterreise bereit war. Zum Abendessen hatte ich mich mit Lukas, aus Zürich verabredet, welcher gestern in Puerto Iguazu angekommen war. Wir lernten uns an meinem letzten Abend in Buenos Aires kennen und stellten dabei fest, dass wir ein paar gleiche Leute aus Zürich kennen. Nach einem gemütlichen Abend bei einem leckeren Steak, hüpfte ich todmüde ins Bett.

Um 7.45 Uhr checkte ich bereits aus dem Hostel aus und war zur Abreise bereit. Eigentlich wollte ich mit einem Taxi zum Flughafen „Foz do Iguaçu“ fahren. Da ich jedoch genügend Zeit hatte, entschied ich mich spontan den Bus zu nehmen. Bevor ich einstieg, teilte mir der Buschauffeur mit, dass er nicht direkt an den Flughafen fährt und ich noch 800 Meter zu Fuss gehen müsse. Easy, dass passt schon. Denn der Bus, welcher direkt zum Flughafen fährt, wäre erst in einer halben Stunde gefahren, was mir jedoch zu spät war. Da ich aus Argentinien aus- und in Brasilien wieder einreisen musste, wollte ich nicht zu knapp los gehen. Bei der ganzen Aktion hatte ich überhaupt nicht mehr daran gedacht, dass er ziemlich starken Regen vorausgesagt hatte. Beim Losfahren tröpfelte es noch leicht, was sich jedoch beim brasilianischen Grenzübergang drastisch änderte. Nachdem ich den Einreisestempel in Brasilien erhalten hatte, fragte ich einen Taxifahrer, wie viel es zum Flughafen kosten würde. Da meinte er kurz und knapp für 10 Dollars bringe er mich hin. Okey, dass mache ich. Da ich mein ganzes Gepäck noch im Bus hatte, musste ich zuerst nochmals zurück. Kaum eingestiegen, schloss der Buschauffeur gleich die Türen zu und fuhr los, bevor ich überhaupt etwas sagen konnte. Ach egal, ich lasse es bleiben. Nachdem ich mich wieder an meinen Platz gesetzt hatte und aus dem Fenster blickte, traute ich meinen Augen kaum. Es regnete auf einmal wie aus Kübeln, dass kann ja heiter werden. Ich zog schon mal meine Regenjacke an und stülpte den Regenschutz über meinen grossen Backpack. Klar hatte der Buschauffeur kein Bedauern mit mir und warf mich wie geplant vor dem Kreisel am Strassenrand raus.

Mit Sack und Pack lief ich die Strasse entlang Richtung Flughafen, bei welcher es nicht einmal einen Gehweg hatte. Kein Wunder, denn ausser mir kommt wohl keiner auf die bescheuerte Idee diese Strecke zu laufen. 😉

Ein Taxi nach dem anderen fuhr vollbesetzt an mir vorbei. Jeder der mich gesehen hatte, dachte wohl was ist denn mit der los. Haha, ich hatte wieder einmal eine bombastisch gute Entscheidung getroffen. Zu guter Letzt sauste dann auch noch der Bus an mir vorbei, welchen ich nicht nehmen wollte. Ich schüttelte den Kopf und musste nur noch ab mir lachen. Wie ein nasser Pudel traf ich nach meinem 10 minütigen Fussmarsch beim Flughafeneingang ein. Es tropfte nur so runter, als wäre ich gerade unter der Dusche hervorgekommen. Zum krönenden Abschluss wurde aufgrund des starken Regens der Flughafen geschlossen und es herrschte Start- und Landeverbot für sämtliche Flugzeuge. Ja wenn’s läuft, dann läuft’s…..

2 Gedanken zu „Argentinien
Buenos Aires – Puerto Iguazu
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  1. Liebs Martina
    Genüsslich nach einer längeren Pause habe ich deinen Blog von Argentinien rein gezogen. Ich habe viel gelacht und geschmunzelt.
    Top es ist wunderschön ! Herzlichen Dank dein Mami 🙂

  2. Isch jo vörrockt, dass die Erläbnis scho 2,5 Johr här si 😳 Aber e cha mi jo aube scho chum hebe vor Lache 🤣 s‘git Gschichte, die chöi gloub nur dir passiere 🙊😘
    E decke Knuddu vu mir; het einisch meh Spass gmacht, dini tolle Erläbnis nochezläse 😃
    Fabienne

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