Neuseeland – Südinsel

Picton – 11.03.18 

Mit etwas Verspätung kam die Fähre in Picton an. Da der „Nakedbus“, welcher gemäss der Dame pünktlich um 13.00 Uhr hätte losfahren sollen, um 13.10 Uhr immer noch da stand und die Leute erst einstiegen, eilte ich zum Buschauffeur hin um mein Ticket umzubuchen. Doch leider war ihm dies nicht möglich, da der Bus voll war. Zudem meinte er, dass ich eine falsche Auskunft erhalten hätte. Sie warten immer die Fähre ab, auch wenn diese Verspätung hätte. Gut zu wissen, aber hilft mir nun reichlich wenig. Ich war weit und breit die Einzige, welche 5 Stunden am Fährterminal festsass – sogar der Angestellte des kleinen Café machte Feierabend.

Boah hatte ich eine Wut im Bauch, doch das half mir auch nicht weiter. Da ich mich bereits im Voraus über Picton informiert hatte, wusste ich, dass es in diesem kleine Örtchen nichts zu sehen gab. Trotzdem erkundigte ich mich mit etwas Hoffnung bei der Dame am Schalter. Sie schaute mich – wie befürchtet – mit grossen Augen an und meinte „not much“. Es gäbe ein paar kleine Dorfläden der Hauptstrasse entlang, aber das wars auch schon. Somit schloss ich mein Gepäck in einem Schliessfach ein und lief los. Doch nach ein paar Metern drehte ich wieder um. Ich hatte absolut keine Lust einfach sinnlos in ein paar kleinen Läden herumzustöbern. Somit ging ich zurück ins Fährterminal, nahm meinen Laptop hervor und arbeitete an meinem Blog. Denn eines hatte ich hier auf sicher, meine absolute Ruhe. Da es kein gratis Wifi hatte – weil sich normalerweise niemand stundenlang an diesem Terminal aufhält – kaufte ich mir für 5 Dollar unbegrenzte Daten. Doch die Zeit wollte einfach nicht vorbei gehen und ich hatte das Gefühl, ich sitze hier schon 3 Tage fest. Es war soooooo langweilig und die Erleichterung war riesig als um 18.15 Uhr endlich der „Nakedbus“ eintraf.

Nelson – 11.03.18

Nach etwas mehr als zwei Stunden trafen wir in Nelson ein. Zum Glück hatte ich mich vorab im Hostel gemeldet, denn ab 20.30 Uhr war die Rezeption geschlossen und der Haupteingang konnte nur mit einem Code geöffnet werden. Ich checkte kurz in mein Zimmer ein und machte mich direkt auf den Weg um ein paar Sachen einzukaufen. Die Gegend war wie ausgestorben und da es bereits am eindunkeln war, fühlte ich mich nicht ganz wohl. Doch der Hunger liess mir keine andere Wahl. Da ich trotz Maps den Supermarkt in der Nähe nicht finden konnte und mir endlich zwei Leute entgegen kamen, erkundigte ich mich kurz. Doch leider war dieser Supermarkt bereits geschlossen. Ich dachte es wäre absolut kein Problem kurz was einzukaufen. Tja, falsch gedacht. Auf einmal entdeckte ich einen Subway. Nichts wie hin, bevor der auch noch schliesst. So wie auf der Strasse sah es auch drinnen aus – menschenleer – doch zum Glück standen zwei Angestellte gelangweilt im Laden. Perfekt, da krieg ich sich etwas zu essen. Ich bestellte ein Sandwich und machte mich damit auf den Rückweg zum Hostel.

Am nächsten morgen musste ich früh aus den Federn da ich die „Earth Sea Sky Tour“ – Wandern und Kajakfahren – im „Abel-Tasman-Nationalpark“ gebucht hatte. Da die Tour inkl. Verpflegung war, brauchte ich zum Glück nur Wasser mitzunehmen. Somit ging ich kurz zur Tankstelle um die Ecke. Leider war diese genau in die Gegenrichtung von da wo ich gestern gesucht hatte. Da ich Lust auf ein Brötchen hatte, fragte ich den Angestellten ob er sowas hätte. Er zeigte auf das Toast, von welchem es tonnenweise hatte. Ich schaute ihn an und sagte nett „I mean real bread“. Der ältere Herr lächelte mich an und sagte „young lady :-), that’s real bread“. Ich erwiderte nur „yeaaah kind of“. Da lachte der Herr laut heraus und schüttelte den Kopf. Kaum zurück im Hostel, fuhr gleich der Shuttle-Bus vor, welcher uns von Nelson nach Marahau brachte. Als ich einstieg sassen zwei Mädels im Bus, welche ich im Hostel „The Dwellington“ kennen gelernt hatte. Ich finde es immer wieder witzig, wie oft man beim Reisen den gleichen Leuten über den Weg läuft. Als wir ankamen, wurde jeder zur Gruppe der gebuchten Tour eingeteilt. Hahaha, in meiner Gruppe waren 3 pensionierte Pärchen und ich. Ich dachte nur OMG, was habe ich denn da gebucht. 🙂 Nach ein paar kurzen Infos, schnappten wir uns einen Lunchsack, setzten uns ins Wasser-Taxi – welches auf einem Anhänger eines Traktors stand – und wurden so ins Wasser gefahren.

Nach einer kurzen, jedoch schönen Fahrt auf dem Wasser, wurden wir beim „Torrent Bay“ rausgelassen.

Die Senioren waren alles Amerikaner und gönnten sich aufgrund der Pension eine mehrwöchige Reise durch Neuseeland. Es war eine sehr aufgestellte Truppe, welche ohne Punkt und Komma plauderte und es wirklich viel zu lachen gab. Einzig bemerkte ich schon bald, dass jedes Pärchen dem anderen beweisen wollte, wie fit es noch war. Am Anfang liefen wir alle zusammen gemütlich los, doch nach einer gewissen Zeit spaltete sich die Gruppe. Ich lief gemütlich mein Tempo, stoppte zwischendurch für ein paar Schnappschüsse und genoss die schöne Wanderung sowie die tolle Aussicht.

Den grössten Fluss des Parks überquerte man über die 47 Meter lange Hängebrücke, auf welcher wirklich nur Einbahnverkehr funktionierte, da es sehr schmal und wacklig war.

Von da führte der Weg weiter durch den üppigen Küstenwald, bis es dann wieder Richtung Meer runter ging.

Am „Bark Bay“ angekommen, stiess ich wieder zu meiner Gruppe hinzu, welche schon gierig im Lunchsack wühlte. 

Nachdem wir alle das leckere Sandwich verschlungen und uns etwas ausgeruht hatten, wurden wir von einem Wasser-Taxi abgeholt und zum „Observation Beach“ gefahren.

Schon von weitem sahen wir unsere Kajaks bereit liegen.

Kaum an Land, begann der Guide gleich mit den Instruktionen. Ich konnte ihm jedoch gar nicht richtig folgen, da ich die ganze Zeit nur die Kajaks anstarrte und ganz andere Sorgen hatte. Es waren alles zweier und nur ein einer. Ach du meine Güte, dass darf jetzt nicht wahr sein. Ich sah mich schon aufs offene Meer hinaus treiben und auf nimmer wiedersehen. Nein im Ernst, ich hatte echt Schweissausbrüche und Panik stieg in mir hoch. Seitdem ich als Kind einmal beinahe ertrunken wäre und in letzter Minute gerettet wurde, habe ich einen extrem grossen Respekt im und auf dem Wasser. Nachdem der Guide das Kajak und alles rundherum fertig erklärt hatte, eilte ich zu ihm hin. Ich schaute ihn schweissgebadet an und sagte „I don’t wanna be alone otherwise I’ll go back with a taxi“. Da meinte er ganz gelassen „nono, this is my kayak. You aren’t alone, Jo is your partner“ und nickte in dessen Richtung. Ich drehte mich um und sah ein Typ auf mich zukommen. Gott sei Dank, war ich erleichtert. Ich hätte echt kneifen müssen. Jo hatte nur die Kajak-Tour gebucht, weshalb er erst jetzt zur Gruppe hinzustiess. Nachdem wir all unsere Sachen verstaut hatten, schoss der Guide noch von jedem ein Foto und dann ging es ab aufs Meer.

Wir schleppten das Kajak aufs Wasser und stiegen ohne zu kentern ein. Kaum los gepaddelt, wollten sich die Pensionierten gleich wieder etwas beweisen. Jo meinte bereits nach ein paar Minuten, „what’s wrong with them“? Ich schüttelte den Kopf und sagte lachend „I guess it’s midlife crisis“. 🙂 Am Anfang ist Kajakfahren ja noch easy, doch auf die Dauer ist es recht anstrengend. Doch wir beide waren ein gutes Team, obwohl ich ohne Jo wohl heute noch auf dem Meer herum paddeln würde. Wir kajakten der traumhaften Küste entlang, stoppten bei einer von Robben bewohnten Insel – natürlich ohne aus dem Kajak zu steigen – und paddelten wieder weiter.

Da ein sehr starker Wind aufkam und es recht kalt wurde, rief unser Guide uns alle zusammen. Er packte ein grosses Tuch aus, positionierte jedes Kajak so wie es sein musste und sagte wer das Tuch wie und wo zu halten hatte. Tata, auf einmal hatten wir ein Segelboot, dass sich treiben lassen konnte. Für eine Weile hatte es super funktioniert, doch kurz vor dem Ziel mussten wir nochmals selber Hand anlegen. Wir nahmen es voll gemütlich und hatten unser Gaudi, während die Pensionierten kaum noch in unserer Sichtweite waren.

Ich war total durchnässt und hatte bitterkalt, aber der ganze Tag war spitze und hatte echt Spass gemacht.

Nachdem ich mich umgezogen hatte, verabschiedete ich mich von der ganzen Gruppe und stieg in den Shuttle-Bus ein. Kaum losgefahren nickte ich ein uns machte meine Augen erst kurz vor der Ankunft beim Hostel wieder auf. Als ich im Zimmer war und meine Sachen auspackte, bemerkte ich, dass ich meine Sonnenbrille im Bus liegen gelassen hatte. Da es nur eine billige war, liess ich es bleiben. Ich werde mir dann wieder eine Neue kaufen. Am Abend kaufte ich mit Heisshunger im Supermarkt ein und fiel nach dem Essen total erschöpft ins Bett.

Heute war ich mit dem falschen Fuss aufgestanden. Ich war launisch und hatte auf einmal so Heimweh. Solche Tage kann es halt mal geben. Ich telefonierte mit dem Patient Bopa, welcher gerade mit einer Grippe zu kämpfen hatte und sortierte danach die Fotos und Videos vom gestrigen Tag aus. Zudem musste ich unbedingt meine Geräte laden, da das Hostel nur 2 Steckdosen pro Zimmer hatte und diese gestern Abend die ganze Zeit belegt waren. Als ich alles gemacht hatte, spazierte ich noch ein paar Stunden durch Nelson, da es am nächsten Tag wieder weiter ging. 

Franz Josef – 14.03.18

Um 6.30 Uhr riess mich der Wecker aus dem Tiefschlaf. Ich machte mich mit Sack und Pack auf zur Bushaltestelle, denn ich hatte eine 10 stündige Busfahrt vor mir. Wie immer versuchte ich so viel wie möglich im Bus zu schlafen. Nach gut 5 Stunden machten wir eine längere Pause bei den „Pancake Rocks“ um diese zu besichtigen. Wie es der Name bereits verrät, sehen diese Felsen wie gestapelte Eierkuchen aus.

Auf diesem Rundgang lernte ich Lorena, aus Brasilien kennen. Als wir zurück im Bus waren, setzte sie sich neben mich und wir ratschten und lachten bis wir in Franz Josef ankamen. Wir tauschten im trocknen noch kurz unsere Kontaktdaten aus, bevor wir zu unseren Hostels liefen. Da dieser Ort sehr klein ist – knapp 400 Einwohner – waren wir nicht sehr überrascht, dass wir Nachbarn waren. Ich checkte in mein Zimmer im Hostel „Franz Josef Montrose“ ein und machte im Zimmer mit Lynn, aus Korea Bekanntschaft. Da sie morgen ebenfalls eine Wanderung beim „Franz Josef Glacier“ machen wollte, verabredeten wir uns diese gemeinsam zu tun. Da Lorena für den kommenden Tag eine Helikopter-Tour gebucht hatte, wollte sie sich nach ihrer Rückkehr bei mir melden, um gemeinsam Essen zu gehen. Nachdem ich wieder mal einen Teller Pasta verschlungen hatte, lernte ich noch ein sehr unsympathischen Mädel in meinem Zimmer kennen. Wir teilten uns ein Kajütenbett. Ich fragte sie ganz anständig, ob sie ihren Rucksack woanders hinstellen könnte, da dieser direkt vor der Leiter stand, wo ich hoch musste. Da schnauzte sie mich von der Seite an „no, I need my stuff“! Ich dachte zuerst ich hätte mich verhört und blieb ganz baff stehen. Hmmm, okey. Als ich ihr nochmals versuchte zu erklären, dass es mühsam sei über ihren Backpack zu steigen um die Leiter zu erwischen und ich zudem nicht auf ihre Sachen treten möchte, meinte sie nur „you have to watch your steps and moreover I don’t understand your English“. Ich dachte mir nur halleluja, was ist denn mit der los. Ich packte meinen Laptop und setzte mich in den Aufenthaltsbereich um unter „normalen“ Leuten zu sein. Als ich ins Bett ging, war der Rucksack auf einmal auf der anderen Seite. Na also, geht doch. Um 4.30 Uhr wurde ich von einem riesen Krach aus dem Tiefschlaf gerissen. Es wurde mehrmals die Türe aufgerissen und wieder zugeknallt. Ich hob meinen Kopf und sah, dass es sich um „meine Herzensdame“, mit welcher ich das Kajütenbett teilte, handelte. Sie hatte wohl eine Tour und dachte sich, wenn sie schon so früh aufstehen muss, sollen alle anderen im Zimmer auch mit ihr leiden. Mein Puls war auf 180 und ich hatte eine solche Wut im Bauch, dass ich fast explodierte. Boah! Als sie wieder ins Zimmer huschte und die Türe hinter sich zuknallte, sagte ich sehr energisch „heyyyy, what’s wrong with you?“. Sie schaute mich an und sagte „shut up! I don’t understand you!“, drehte sich zu ihrer Kollegin um – die bis dahin noch kein einziges Wort sagte – und redete auf Deutsch. Da konnte ich natürlich nicht anders als zu sagen „weisst du was du blöde Schnäpfe, du hast mich sehr wohl verstanden, aber ich kann es dir gerne nochmals auf Deutsch übersetzen!“ Da sah sie mich so verdutzt an, als ob ich von einem anderen Planeten käme. Damit hatte sie wohl nicht gerechnet. Sie packte ihre Sachen, verschwand wortlos und natürlich mit einem letzten Knall der Türe aus dem Zimmer.

Als ich dann irgendwann wieder eingeschlafen war und am morgen aufwachte, war sie zum Glück mit Sack und Pack weg. So was habe ich auf meiner ganzen Reise echt noch nie erlebt. Kaum aufgestanden entschuldigte sich Lynn bei mir. Ich schaute sie fragend an, da mir absolut nicht bewusst war, dass sie irgend etwas mit der ganzen Sache zu tun hatte. Da meinte sie, dass das deutsche Mädel sie mitten in der Nacht aufgeweckt hatte weil sie angeblich zu laut atmete. Sie solle sofort damit aufhören, sonst könne sie nicht schlafen. Danach war Lynn so eingeschüchtert, dass sie sich nicht mehr getraute einzuschlafen und entsprechend am morgen todmüde war. Ich schüttelte nur den Kopf und sagte, dass dieses Mädel nicht alle Tassen im Schrank hatte. Nachdem wir gefrühstückt hatten und am aufbrechen waren, erhielt ich eine Nachricht von Lorena, dass ihr Helikopterflug aufgrund des schlechten Wetters abgesagt wurde. Somit schloss sich Lorena uns an. Da Lynn ein Auto hatte, waren wir super flexibel und machten uns zu Dritt auf zum „Franz Josef Glacier“. Da angekommen spazierten wir den typischen „Valley Walk“.

Gerade als es wieder zu regnen begann, waren wir zurück beim Auto und machten uns auf den Rückweg. Beim Hostel angekommen verabschiedeten wir uns von Lynn, welche direkt nach Christchurch weiterreiste. Es schüttete wie aus Kübeln und somit nutzte ich den Nachmittag um Wäsche zu waschen und an meinem Blog zu arbeiten. Am Abend verabredete ich mich mit Lorena zum Burger essen. Wir hatten einen saulustigen, feuchtfröhlichen Abend….. 

Queenstown – 16.03.18

Am nächsten Morgen reisten wir zusammen mit dem Bus nach Queenstown weiter. Es war traumhaft schönes Wetter und wir sassen den ganzen Tag im Bus fest. Zum Glück stoppten wir immer wieder mal an einem tollen Flecken und kriegten doch ein paar Sonnenstrahlen ab.

Bevor wir endgültig in Queenstown ankamen, machten wir noch einen längeren Zwischenstop in Wanaka.

Als ich im Hostel „Absoloot Value Accommodation“ eingecheckt hatte, war ich schon sehr gespannt, was für Leute ich im Zimmer antreffen werde. Bis anhin hatte ich mir noch nie Gedanken darüber gemacht, da ich bis vor zwei Tagen auch noch nie ein Problem hatte. Ich hatte voll sympathische Zimmergenossen, welche später noch um die Häuser zogen. Ich lehnte dankend ab sie zu begleiten, da ich am nächsten Tag bereits um 5.45 Uhr wieder aufstehen musste, da ich eine Tour gebucht hatte. Mitten in der Nacht war ein riesen Lärm im Zimmer. Der einzige Typ in unserem Zimmer torkelte sturzbetrunken herein, schlug den Kopf am Bett an, fiel hinein und machte keinen Wank mehr. Kurze Zeit später schnarchte er drauflos, als wären wir im Schweinestall. Ich dachte nur OMG, dass darf jetzt nicht wahr sein.

Ich hatte kaum noch ein Auge zugetan, bis mein Wecker klingelte. Um 6.30 Uhr wurde ich von einem Car abgeholt, welcher uns nach „Milford Sound“ brachte. Die Fahrt dahin wäre landschaftlich so toll gewesen, doch leider nickte ich vor lauter Müdigkeit immer wieder ein. Doch die Vorfreude war riesig, denn das Wetter war ein Traum. Unterwegs stoppten wir bei den atemberaubend schönen „Mirror Lakes“.

Bereits im Bus wurden klare Anweisungen durchgegeben, wohin man nach der Ankunft gehen musste, da es sehr viele Schiffe hatte. Ich lief zum Schiff mit der Aufschrift „Mitre Peak“ hin, bei welchen ich die Tour gebucht hatte.

Spitze, wir waren nur etwa 35 Passagiere auf dem Schiff, als die Crew die Taue einzog. Kaum auf dem Wasser, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Auch wenn ich noch sehr kleine Augen hatte, war ich hin und weg. Umgeben von diesem Prachtwetter war es einfach gigantisch schön. 

Als der Kapitän schon lange vor uns Delphine entdeckte, hielt er mit etwas Distanz das Schiff an. Zuerst bescherten sie uns ein paar akrobatische Showeinlagen und schwammen anschliessend vor und unter dem Schiff ein bisschen mit. Es ist immer wieder faszinierend frei lebende Delphine so haut nah mit zu erleben.

Es war so toll, dass ich gar nicht wusste wo ich hinschauen sollte….. 

Auf der Rückfahrt fuhr der Kapitän ganz nahe an einen der grössten Wasserfälle heran, so dass man auf dem Schiff kaum noch standhalten konnte und natürlich auch ziemlich nass wurde.

Als wir nach dieser eindrücklichen Schiffsfahrt wieder an Land waren, ging es mit dem Car zurück nach Queenstown. Da ich bei der Hinfahrt die Aussicht verschlafen hatte, konnte ich diese immerhin auf der Rückfahrt geniessen.

Am Abend hatte ich mich mit Lorena und Ethan verabredet, welchen sie beim Bungee Jumping kennen gelernt hatte. Zuerst stärkten wir uns mit einer Pizza und zogen danach von Pub zu Pub. Wir hatten einen feuchtfröhlichen und glatten Abend im kleinen Partyort. Tagsüber scheint es eher unscheinbar, doch nachts steppt in Queenstown der Bär….. 🙂 

Oje, brummte mir der Schädel heute morgen. Am liebsten wäre ich den ganzen Tag im Bett geblieben, aber bei diesem herrlichen Wetter musste ich einfach raus.

Somit machte ich mich nach dem Frühstück auf zur Gondelstation, wo der „Tiki Trail“ startete. Ich fand die Wanderung sehr anstrengend, jedoch könnte dies auch mehr an meiner Schlappheit als an der Wanderung selbst gelegen haben. Trotzdem tat mir die frische Luft sehr gut. 🙂

Nach etwas mehr als einer Stunde kam ich oben an und brachte meinen Mund vor lauter Staunen fast nicht mehr zu. Wooooooooooooooooow, ist das schön hier. Ich genoss die unglaubliche Aussicht auf den „Lake Wakatipu“, den längsten See Neuseelands. 

Nachdem ich drei Stunden frische Luft getankt hatte, stieg ich voll ausgenüchtert wieder den Berg hinunter.

Nach gut 45 Minuten war ich wieder beim Ausgangspunkt. Zum Abschluss des Tages spazierte ich noch gemütlich am Hafen entlang, bevor ich mir am Abend wieder einmal Spaghetti kochte und mich mit ein paar Leuten im Hostel verquatschte.

Heute musste ich mich wieder mal hinter den Laptop sitzen und die unzählig vielen Fotos und Videos aussortieren. Und wie so oft, war das Wetter wieder perfekt dazu. Ich hatte echt ein Glück, dass der Wetterfrosch mir bei den Ausflügen wunderschönes Wetter bescherte und wenn ich stundenlang am Laptop sass, draussen gar nichts verpasste.

Am Abend traf ich mich noch einmal mit der lieben Lorena im bekannten „Fergburger“, wo man eine Ewigkeit warten musste und der Burger schlussendlich gar nicht so lecker war. Trotzdem hatten wir einen gemütlichen letzten Abend zusammen. Danach mussten wir uns leider voneinander verabschieden, da ich morgen nach Wanaka weiterreiste.

Wanaka – 20.03.18

Die Busfahrt von weniger als 1.5 Stunden ging wie im Flug vorbei und kurz vor 10.00 Uhr traf ich in Wanaka ein. Gemäss Wettervorhersage sollte heute der einzige trockene und relativ schöne Tag sein, weshalb ich mich nach der Ankunft direkt auf den Weg zum „Roys Peak Track“ machen wollte. Als ich mein Gepäck im Hostel „YHA Wanaka“ verstaute, erkundigte ich mich gleich nach dem Shuttle-Bus. Leider fuhr dieser täglich nur einmal um 9.30 Uhr. Shit! Die einzige Möglichkeit wäre nun ein Taxi zu nehmen. Doch 50 Dollars pro Weg fand ich schon nicht gerade ohne. Im Hostel sassen nur noch Leute herum, welche kurz vor der Abreise waren und das Mädel, welches mit mir im Bus war, wollte erst morgen gehen. Hmmmm, aufgeben war kein Thema, irgendwie werde ich schon dahin kommen. Somit lief ich zum Supermarkt „New World“ in der Hoffnung einen Backpacker anzutreffen, der gerade auf dem Weg zum Roys Peak war. Ich spazierte auf dem Parkplatz ein bisschen rauf und runter. Da entdeckte ich einen Typen bei einem Camper stehen, traute mich dann aber doch nicht ihn einfach so anzuquatschen. Als ich vor dem Eingang stand, spazierten zwei Mädels aus dem Geschäft heraus, welche sich auf Deutsch unterhielten. Da nutzte ich direkt die Gelegenheit und quatschte sie an. Erster Versuch und gleich ein Volltreffer. Sie schauten mich grinsend an und meinten „yep, wir sind gerade auf dem Weg dahin und haben im Camper noch einen Platz frei, welchen du gerne haben darfst“. Die Beiden fanden meine Idee im Supermarkt nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen voll witzig. Mir ist dies ehrlich gesagt viel lieber, als am Strassenrand per Anhalter mitzufahren. Ich suche mir gerne selber aus, bei wem ich in ein Auto steige. Und bei zwei deutschen jungen Mädels, die gerade aus dem Supermarkt kommen, sind meine Bedenken relativ gering. Wir liefen auf den Typen zu, welcher beim Camper stand und somit der Dritte im Bunde war. Da ich meinen vollgepackten Rucksack bereits dabei hatte, war ich gleich startklar. Nach gut 10 Minuten waren wir bereits da. Nachdem sie ihre Sachen ebenfalls gepackt hatten, schnallten wir unsere Rucksäcke um und liefen los. Denn schliesslich warteten 16 km auf uns und es war schon kurz vor Mittag.

Ich war so glücklich, dass ich diese drei Wandervögel – Lisa, Sophia und Robin, alle aus Deutschland – per Zufall getroffen hatte. Wir nahmen Kurve um Kurve und plauderten über Gott und die Welt. Da es die ganze Zeit steil bergauf ging, machten wir öfters mal eine Verschnaufpause, genossen die herrliche Aussicht und knipsten viele Fotos.

Nach gut 3.5 Stunden kamen wir zufrieden und ziemlich erschöpft oben an. Herrlich diese tolle Aussicht, welche man natürlich schon während der Wanderung immer wieder vor Augen geführt bekommt. Deshalb blieb bei mir der Wow-Effekt schlussendlich auch etwas aus. Vielleicht lag es aber auch an den immer mehr aufziehenden dunklen Wolken und dem zügigen Wind der einem um den Kopf blies.

Nicht einmal die Kolonne, sondern viel mehr das immer schlechter werdende Wetter hielt uns davon ab, für das bekannte Roys Peak Foto anzustehen.

Somit entschieden wir uns nach einer guten halben Stunde uns langsam auf den Rückweg zu begeben, denn schliesslich mussten wir den steilen Berg auch wieder hinunter.

Nach gut 2.5 Stunden trafen wir wieder beim Parkplatz ein. Es war ein toller Tag, welcher ziemlich in die Beine ging. Sie fuhren mich zurück ins Hostel und als kleines Dankeschön gab ich ihnen einen schönen Batzen in die gemeinsame Reisekasse. Ich checkte in mein Zimmer ein und fiel nach dem Essen todmüde ins Bett.

Heute hatte ich es mir so richtig verdient wieder einmal richtig lange liegen zu bleiben. Draussen war es sehr bewölkt und auf den Bergspitzen lag sogar Schnee! Da brachten mich keine zehn Pferde raus. Ich holte nach dem Frühstück meinen Laptop hervor und haute in die Tasten.

Am nächsten Tag war es noch viel kälter geworden und der Schnee lag immer wie tiefer. OMG, ich war auf solche Temperaturen echt nicht wirklich vorbereitet. Zudem gab es im Hostel keine Heizung und die Isolierung liess auch zu wünschen übrig. 

Obwohl ich alle warmen Klamotten – inkl. Thermounterwäsche – angezogen hatte, war mir immer noch bitterkalt. Da es im Hostel ein Cheminée gab, welches jedoch nicht brannte, bat ich den Angestellten dies anzuzünden. Dieser brauchte jedoch zuerst die Erlaubnis der Chefin. Anfänglich wollte sie nicht so wirklich, da sie normalerweise erst im Mai anfeuern, jedoch liess ich mich nicht abwimmeln. Somit kam sie ein paar Minuten später mit Holz und Streichhölzern zurück.

Kaum hatte sie das Cheminée angezündet, füllte sich der Aufenthaltsraum mit Leuten und schlussendlich sassen wir alle um den Ofen herum. Am Abend wärmte ich mir die Spaghetti vom Vorabend auf – also ich wäre nicht erstaunt, wenn in mir ein kleiner Italiano wachsen würde, bei so vielen Teigwaren wie ich verdrücke – und machte einen kurzen Spaziergang zum See, damit ich mal frische Luft hatte.

An meinem letzten Tag in Wanaka, wurde es endlich wieder mal ein bisschen schöner. Somit konnte ich doch noch einen gemütlichen Spaziergang am See entlang machen, bevor ich abreiste. Denn heute Nachmittag ging es zurück nach Queenstown. Nicht weil ich es da so toll fand, sondern weil es von Wanaka nach Christchurch keine Busverbindung gab und ich somit nochmals einen Boxenstopp in Queenstown einlegen musste.

Queenstown – 23.03.18

In Queenstown angekommen checkte ich wieder ins Hostel „Absoloot Value Accommodation“ ein und ging direkt in die Eisdiele „Patagonia“, von welcher Lorena so geschwärmt hatte. Ich hatte ein super leckeres Eis, welches unter dem Schokoladenbrunnen mit frischer Schokolade überzogen wurde.

Danach wusch ich all meine Kleider und packte alles zusammen, da ich am darauffolgenden Tag nach Christchurch weiterreiste. Am Abend machte ich einen kurzen Abstecher ins „Devin“ und hatte einen viel leckeren Burger als im „Fergburger“.

Christchurch – 24.03.18

Nach einer 11 stündigen Busfahrt traf ich im genialen Hostel „JUCY Snooze“ ein, welches ich für zwei Nächte gebucht hatte. Das Hostel ist der absolute Hammer, einzig die Lage ist voll ab vom Schuss.

So viel Privatsphäre hatte ich echt noch nie. Da gerade keiner im Zimmer war, nutzte ich die Gelegenheit um ein paar Fotos zu knipsen.

Auch die Küche sowie der Aufenthaltsraum war riesig und lud zum verweilen ein, so dass ich nach dem Essen total die Zeit vergass und auf einmal ganz alleine war. 🙂

Ich würde behaupten, dass dies meine beste Nacht in einem Hostel war. Ich schlief wie ein Engel, dass hatte es noch nie gegeben. Normalerweise wache ich jedesmal kurz auf wenn jemand mitten in der Nacht auf Toilette muss, früh morgens abreist, etc. Doch in meinem kleinen Kabäuschen hörte ich keinen Mucks. Da ich von der langen Busfahrt noch ziemlich müde war, liess ich den ganzen Tag meine Seele baumeln und genoss das coole Hostel. Ich plauderte mit allerlei Leuten, nahm ab und zu meinen Laptop hervor und kochte mir am Abend Kartoffeln mit Gemüse.

Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen zusammen und machte mich mit dem Bus auf zum Hostel „Urbanz Christchurch“, welches mitten in der Stadt liegt. Da das Hostel nicht ausgebucht war, konnte ich bereits in mein Zimmer einchecken. Danach machte ich mich bei traumhaft schönem Wetter zu Fuss direkt auf, um die historische Stadt zu erkunden. Ich hatte mir eine kleine City-Tour zusammengestellt und lief als erstes zur „New Regent Street“.

Von da spazierte ich gemütlich durch das Städtchen sowie den wunderschönen „North Hagley Park“ und genoss die Ruhe in der Natur. 

Weiter führte mich meine Tour zum „Botanischen Garten“, welcher mit seiner bunten Blumenpracht bei diesem wolkenfreien Himmel noch schöner wirkte. 

Danach schlenderte ich weiter zum sehr eindrücklichen „Canterbury Earthquake National Memorial“, welches ein Denkmal an diejenigen Menschen ist, welche während des Erdbebens in Christchurch am 22. Februar 2011 getötet oder schwer verletzt wurden.

Von da machte ich noch einen kurzen Stop bei der „Bridge of Remembrance“, welche als Kriegsdenkmal den neuseeländischen Kriegstoten des ersten Weltkrieges gewidmet ist. Zudem dient es auch als Denkmal für diejenigen, die an beiden Weltkriegen sowie an nachfolgenden Konflikten in Borneo, Korea, Malaya und Vietnam teilgenommen haben.

Von da führte meine Tour weiter durch die Stadt. Teilweise kam ich an sichtlich immer noch schwer beschädigten Gebäuden vorbei, aber auch an cooler Kunst.

Bis ich dann schlussendlich vor der „Cardboard Cathedral“ stand. Diese wurde als provisorische anglikanische Kathedrale erbaut und ersetzt die „Christchurch Cathedral“, die vom Erdbeben irreparabel beschädigt wurde. Dies ist die einzige Kathedrale der Welt, die teilweise aus Karton gebaut wurde.

Der Abschluss meiner Tour war beim „Cathedral Square“, dem Zentrum der neuseeländischen Grossstadt. Auf diesem Platz befinden sich neben der anglikanischen „Christchurch Cathedral“, das Touristenzentrum und in näherer Umgebung alle wichtigen Geschäfte sowie ein grosses gastronomisches und kulturelles Angebot. Während des Erdbebens am 22. Februar 2011 wurde ein Grossteil des „Cathedral Square“ zerstört und auch die Kathedrale wurde schwer beschädigt.

Nach diesem sehr interessanten und eindrücklichen Tag, gönnte ich mir ein leckeres Essen beim Mexikaner.

Obwohl ich bis 11.00 Uhr ausgeschlafen hatte, war ich immer noch hundemüde. Vermutlich lag es an der einen Schnarchnase die ich wieder mal in meinem Zimmer hatte und deshalb mehrmals aufwachte. Heute wollte ich mir ein paar Gedanken über meine nächsten Reiseziele machen, doch ich konnte mich überhaupt nicht motivieren. Nicht etwa weil ich keine Freude mehr am Reisen hatte – ganz im Gegenteil – sondern weil ich keine Lust auf Entscheidungen hatte. Denn es gibt noch sooooooo viele tolle Orte auf dieser Welt, da kann man gar nie genug kriegen. Somit zog ich mich warm an und spazierte nochmals ein bisschen durch die Stadt und zur „Christchurch Cathedral“, weil ich diese sehr eindrücklich fand. 

Danach kaufte ich im Supermarkt „New World“ noch ein paar Sachen ein und begab mich zurück ins Hostel. Ich setzte mich in den Aufenthaltsraum und erledigte nach einer halben Ewigkeit wieder mal allerlei Bürokram. Als das Internet irgendwann nicht mehr funktionierte, war ich gezwungen endlich zu Bett zu gehen. Da es schon recht spät war und im Zimmer das Licht nicht mehr brannte, schlich ich ganz leise ins Zimmer. Auf einmal fiel mir alles aus der Hand und es gab einen riesen Knall. Shit. Da meinte der eine Typ lachend, „turn on the light before you hurt yourself“. Haha, so peinlich.

Da von gestern auf heute die Zeit umgestellt wurde, konnte ich noch eine Stunde länger schlafen. Doch ausgeruht war ich trotzdem nicht. Denn der Typ im Bett oberhalb von mir schnarchte wieder einmal um die Wette und bereits um 7.00 Uhr fuhr der Bus nach Picton. Bei so langen Busfahrten hält man immer wieder mal an und teilweise auch an ganz netten Fleckchen, wie hier in Kaikoura, von welchem ich vorher noch nie etwas gehört hatte.

Als wir in Picton ankamen ging es diesmal – ohne unnötigen Aufenthalt an dem Fährterminal – direkt ab auf die Fähre und zurück nach Wellington. Wie schon bei der Hinfahrt, hatte ich auch bei der Rückfahrt traumhaft schönes Wetter und konnte die Fahrt erneut in vollen Zügen geniessen….. 

 

 

2 Gedanken zu „Neuseeland – Südinsel&8220;

  1. Liebes Martina
    Herzlichen Dank für den interessanten, fantastischen Blog.
    Ich habe es sehr genossen mit dir einwenig in Gedanken die weite Welt zu bereisen.
    Freue mich schon auf den nächsten Blog.
    Hab dich fest lieb
    dein Mami 🙂

  2. Liebe Martina
    Vielen Dank für deine wundervollen Fotos und die spannenden Reiseberichte.
    Es ist ein Genuss ein bisschen in deine Welt zu gucken.

    Ich freue mich schon jetzt auf deine Erlebnisse in N Y C.

    Mit ganz herzlichem Gruss cili
    Cili

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