Thailand
Chiang Mai – Chiang Rai – Pai

Chiang Mai – 22.11.17

Der Flug nach Chiang Mai war sehr laut, aber auch extrem schnell. Nach der Landung versuchte ich herauszufinden wo der „Greenbus“ nach Chiang Rai fährt. Es dauerte eine ganze Weile bis ich jemanden fand, der mir weiterhelfen konnte. Ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht, dass man zuerst mit einem Taxi zu diesem Busterminal fahren muss. Nach gut 20 min. traf ich dann dort ein. Ich stellte mich in die Schlange und hörte, wie sie zu einem Typen sagten, dass es nach Chiang Rai für heute keine Bustickets mehr geben würde. Hmmm, das Gleiche sagten sie natürlich 2 min. später auch zu mir. Somit kaufte ich ein Busticket für den nächsten Tag. Als ich beim Herausgehen diesen Typen wieder sah, ging ich zu ihm hin und fragte ihn was er nun tun würde. Er meinte, dass er sich hier in der Gegend gleich eine Unterkunft suche, da es sich nicht lohne in die Stadt zurückzufahren. Er hatte absolut recht und somit machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach einer Bleibe. Die Auswahl in dieser eher trostlosen Gegend war sehr gering, da hier wohl nur Touristen übernachten welche keine Tickets mehr bekommen. 😉 Ganz in der Nähe des Busterminals fanden wir das Hotel „The Y Smart“, welches noch freie Betten in einem Dorm hatte. Kaum hatten wir eingecheckt, kamen auch schon die nächsten Backpackers welche hier ungewollt gestrandet waren. Sollte es euch auch einmal so gehen, kann ich das Hotel nur bestens empfehlen. Der Dorm war sehr schön, die Betten super bequem und es hatte sogar eine Toilette sowie Dusche im Dorm, was absolut nicht üblich ist. Nach dem Abendessen in einem der zwei Restaurants, telefonierte ich wieder mal mit meinem Mami bevor ich mich schlafen legte.

Am nächsten Morgen hatte ich ein Busticket für 9.30 Uhr, doch der Bus hatte leider Verspätung. Kurz nach 10.00 Uhr ging es dann los. Es war wieder einmal eine sehr kurvige Angelegenheit und ging bergauf und bergab. Zu Hause ist es normalerweise ja eher so, dass ein Car den Verkehr aufhält wenn er eine Bergstrasse rauf- oder runterfährt – nicht aber in Thailand. Der Car hupte die Autos zur Seite und bretterte die Bergstrasse hinauf, dass man gar nicht hinschauen durfte. Knapp 3 Stunden später kamen wir ziemlich durchgeschüttelt in Chiang Rai an.

Chiang Rai – 23.11.17

Ich schnallte meine Rucksäcke um und lief zum „Sook Cafe and Youth Hostel“, welches ich für zwei Nächte gebucht hatte. Da angekommen zeigte er mir das Zimmer. Nachdem er mich alleine im Dorm gelassen hatte und ich das Bett nochmals genau anschaute, sah ich irgendwelche Ungeziefer unter dem Kissen und die Bettwäsche war mit grosser Wahrscheinlichkeit auch noch vom Vorgänger. Da er nicht so gut Englisch sprach, holte ich ihn kurz ins Zimmer und zeigte ihm weshalb ich hier nicht bleiben werde. Interessanterweise hatte er absolutes Verständnis und schlug mir sogar ein paar andere Hostels in der Nähe vor, von welchen er viel Gutes gehört hatte. Somit durfte ich ohne etwas zu bezahlen, gleich wieder gehen. Ich schaute mir zwei dieser Hostels an und landete schlussendlich im „Mercy“, welches sehr gut war.

Kaum im Hostel angekommen, machte ich direkt mit zwei Mädels – Isa und Sabrina – Bekanntschaft. Ich musste direkt an meine zwei früheren Schulfreundinnen denken, welche genau gleich heissen. Sie waren gerade dabei aufzubrechen um den „Wat Rong Khun“ – Weissen Tempel zu besichtigen und fragten mich ob ich sie begleiten möchte. Ich legte kurz die Rucksäcke ins Zimmer und schon machten wir uns mit einem „local bus“ –  das ist ein Bus mit welchem die Einheimischen unterwegs sind – auf zum Tempel.

Da angekommen wimmelte es nur so von Touristen, was wir jedoch nicht anders erwartet hatten. Wir kauften uns ein Eintrittsticket – THB 50 bzw. CHF 1.50 – und begannen mit der Besichtigung der Anlage, bevor wir uns zum Haupthaus begaben.  Schon beim Eingang gibt es die ersten merkwürdigen Kreaturen zu entdecken, an den Bäumen hängen Köpfe bekannter Superhelden.

Kurz danach folgt ein wunderschönes, vergoldetes Toilettenhäuschen, dass so schön ist, dass man einfach mal muss – auch wenn man nicht muss. 😉

Ein paar Schritte weiter stehen tannenförmige Bäume sowie ein Wandelgang voller Alublätter, welche im Wind leise vor sich hin klimperten. Diese kann man an einem Stand kaufen und mit dem Namen, einem Gebet oder Wunsch beschriften und an einer der Bäume befestigen.

Im Jahre 1996 hatte es sich ein thailändischer Architekt zur persönlichen Lebensaufgabe gemacht, einen Tempel als Opfer an Buddha zu schaffen. Die komplette Fertigstellung der Anlage wird voraussichtlich im Jahr 2070 sein – also wenn ich knackige 86 Jahre jung sein werde 😉 – und der ganze Bau wird ausschliesslich durch Spendengelder finanziert. Um unabhängig von Grossspendern zu sein, hatte der Architekt eine maximale Spendensumme von THB 10’000 ca. CHF 300 festgelegt.

Als wir uns danach Richtung Haupthaus begaben, liefen wir sozusagen von der Hölle in den Himmel. Zuerst überquerten wir im Schneckentempo – aufgrund der vielen Besucher – die Brücke der Wiedergeburt Buddhas. Links und rechts ragen Hände und Köpfe aus der Unterwelt empor, welche ein massloses Verlangen der modernen Welt darstellen sollen sowie Totenköpfe, welche die Qualen in der Hölle symbolisieren.

Wenn man auf der Brücke stehen blieb oder sogar umdrehen wollte – was praktisch jeder machte um ein paar Fotos zu knipsen – hörte man aus dem Lautsprecher: „Keep going, we don’t want to go back to hell. Please move on to heaven.“ Der Weg führt nur in eine Richtung – pfeilgerade zum Himmelstor.

Dahinter wartet das heiligste Gebäude, der sogenannte Ubosot. Während draussen alles weiss strahlt und glitzert, sind die Wände im Inneren des Ubosot bunt bemalt. Nebst einer Buddha-Statue und einem täuschend echt aussehenden Mönch aus Wachs, sind die Wände voll mit Zeichnungen von Spiderman, Batman, Kung Fu Panda, Harry Potter, Michael Jackson und vielen mehr. Irgendwie total schräg, aber auch absolut genial. Da das Fotografieren im Ubosot verboten ist, habe ich leider keine Bilder dazu.

„Jedes Detail des Weissen Tempels hat seine eigene Bedeutung und soll dazu ermutigen über die buddhistische Lehre nachzudenken, welche den Weg zeigt von den weltlichen Versuchungen, Wünschen und Gier zu entfliehen und sich stattdessen wieder auf den Geist zu fokussieren.“

Da es sehr viele Besucher hatte und der Tempel schon bald schliesste, entscheid ich mich in den nächsten Tagen nochmals ganz in Ruhe hinzugehen, da ich extrem beeindruckt war. Dieser Tempel ist einzigartig und wunderschön, ganz anders als alle anderen Tempel die ich bisher gesehen habe. Für mich ein absolutes Muss und jederzeit eine Reise wert.

Auf dem Rückweg liefen wir beim goldenen Uhrturm vorbei und gingen anschliessend beim Night Market etwas essen.

Klar mussten wir bei dieser Band kurz anhalten und uns den altbekannten Song „La Bamba“ reinziehen, auch wenn sie mit dem Original nicht ganz mithalten konnten…..

Am nächsten Tag wollte ich wieder einmal für mich alleine etwas unternehmen, da ich zwischendurch sehr gerne etwas Zeit für mich habe. Somit besuchte ich den „Wat Rong Suea Ten“ – Blauen Tempel, welcher von einem Schüler des Erbauers des Weissen Tempels errichtet wurde. Da dieser Tempel noch nicht so bekannt ist und dorthin keine Busse fuhren, hatte ich mir ein Tuk-Tuk genommen. Auch dieser Tempel ist aussergewöhnlich und hebt sich von den üblichen Tempeln ab. Klar ist er nicht gleich spektakulär wie der Weisse Tempel, aber durchaus einen Besuch wert.

Danach ging ich mit einem Tuk-Tuk zurück zur Busstation und von da mit einem „local bus“ weiter zum „Baandam Museum“ – Schwarzen Haus. Das Schwarze Haus wird oft als Gegenstück zum Weissen Tempel gesehen und ist eine künstlerische Eigenkreation mit einem sehr eigenartigen Stil. Es befinden sich mehrere Häuser auf dem Gelände – alle natürlich in schwarz – und viele Ausstellungsstücke von Tieren wie Felle, Knochen und Totenköpfe. Das Museum stellt im Endeffekt nichts anderes als die Vergänglichkeit des Lebens dar.

Als ich von meiner tollen Sightseeing-Tour zurückkam und absolut keine Lust auf Thaifood hatte, entschied ich mich wieder einmal beim Italiener vorbei zu schauen.

Die Tage in Chiang Rai waren ziemlich kühl und so war es auch an meinem letzten Tag. Eine gute Gelegenheit um wieder einmal ein bisschen an meinem Blog zu arbeiten. Im späteren Nachmittag machte ich mich dann nochmals mit dem „local bus“ auf zum Weissen Tempel.

Klar hatte es auch diesmal wieder viele Besucher, aber ich hatte nun die Möglichkeit mir alles nochmals ganz in Ruhe anzusehen und in vollen Zügen zu geniessen. Die Schönheit dieses Tempels faszinierte mich extrem, es war wie in der Märchenwelt. Ich würde auch noch ein Drittes, Viertes und Zehntesmal hinfahren.

Auf dem Rückweg gönnte ich mir noch eine wunderbare Kokusölmassage – ach tat das gut – und danach ein sehr leckeres Curry.

Als ich wieder im Hostel eintraf, kamen gerade Isa und Sabrina von ihrem 2-Tages-Trekking zurück. Nach einem kurzen Austausch entschieden Sabrina und ich am nächsten Tag nach Pai weiterzureisen. Somit verabschiedeten wir uns von Isa und tauschten noch kurz die Nummern aus. Aus Gewohnheit rief ich kurz auf der Nummer an. In diesem Moment sagte sie mir, dass die Nummer zurzeit nicht aktiv sei und schon kam die Combox-Mitteilung. Zu spät und das SMS der Swisscom traf auch gleich ein, dass mich der letzte Anruf CHF 4.75 gekostet hatte. Tja, aus Fehlern lernt man…..;-)

Am nächsten Morgen machte ich mich nach einem leckeren Cappuccino mit dem Mini-Bus auf nach Chiang Mai.

Leider mussten wir in zwei verschiedenen Mini-Bussen nach Chiang Mai reisen, da sie im gleichen Bus keine zwei Plätze mehr frei hatten.

Pai – 26.11.17

Die Fahrt von Chiang Mai nach Pai hat 762 Kurven und ich war echt froh, dass wir einen einigermassen anständigen Busfahrer hatten und sich keiner der Insassen übergeben musste. Ich hörte da einige unschöne Geschichten, welche uns glücklicherweise erspart blieben. Kaum angekommen checkten wir kurz im Hostel „Baan Mai Sak“ ein und gingen direkt an den Night Market etwas essen, da es schon recht spät war. Als wir so über den Markt schlenderten, wollten wir eigentlich eine gemütliche Sightseeing-Tour für den nächsten Tag buchen. Da ich in Chiang Rai kein Trekking gemacht hatte, wollte ich dies in Pai unbedingt nachholen. Natürlich nicht gleich am ersten Tag, aber wie sagt man so schön – es kommt meistens anders als geplant. Auf einmal standen wir bei einem der vielen Tour-Guides, welcher mir ein 2-Tages-Trekking für die kommenden Tage sehr schmackhaft machte. Nicht nur ich, sondern auch Sabrina war hell begeistert und hätte das Trekking direkt gebucht, wenn sie nicht gerade eines gemacht hätte. Es war kurz vor 22.00 Uhr und am nächsten Morgen würde es losgehen. Eigentlich war mir das Ganze viel zu stressig, aber irgendwie konnte ich nicht widerstehen.

Um 8.30 Uhr wurde ich vor dem Hostel abgeholt und setzte mich hinten auf den Pick Up. Es war sehr neblig und sauuuuuuuukalt. Trotz der mehreren Schichten die ich anhatte, bin ich fast erfroren. Nach ca. 40 min. kamen wir in einem kleinen Örtchen in der Nähe des Waldrandes an. Wir kriegten alle einen Wanderstock und dann ging es ab durch den Dschungel. Öfters mussten unsere Guides zuerst noch ein paar Äste und Stämme aus dem Weg räumen, bevor wir durchmarschieren konnten. Dennoch fiel jeder mal hin oder rutschte bei der Überquerung eines Baches aus und hatte pflotschnasse Füsse – natürlich blieb ich von Beidem nicht verschont. 😉

Wir waren eine kleine Gruppe von 8 Leuten um die 30ig und den beiden Guides um die 50ig. Ich hatte etwas Bedenken bezüglich meiner Kondition, aber es ging erstaunlich gut. Schmunzeln musste wir jedoch ab dem zweiten Guide, welcher fast mehr zu beissen hatte als wir. Sein Bruder hingegen lief in abgenutzten Schuhen durch den Dschungel als gäbe es kein Morgen mehr. Während des Laufens war es sehr still, dass man der Natur in vollen Zügen zulauschen konnte. Wir waren mutterseelenalleine – ausser uns war niemand in Sichtweite. Nach gut 2.5 Stunden gab es bereits die Mittagspause mit einem erstaunlich leckeren Essen, welches in einem Bambusblatt eingerollt war.

Zudem nutzten die beiden Guides die Mittagspause auch dazu, um Becher und Löffel aus Bambusrohren zu schnitzen sowie eine Bambuspipe zu erwärmen und uns anschliessend einen Tee zu servieren.

Gestärkt ging die Wanderung weiter querfeldein. Ich hatte längst die Orientierung verloren – was bei mir zwar auch nicht wirklich schwierig ist – bei den beiden Brüdern hingegen spürte man richtig, dass die in diesem Dschungel aufgewachsen sind. Einmal kurz über das Feld und dann wieder ab in den Wald.

Im späteren Nachmittag besichtigten wir noch eine kleine Höhle ganz in der Nähe des winzig kleinen Örtchens – irgendwo im nirgendwo – wo wir schlussendlich übernachteten.

Zuerst gab es eine eiskalte und dementsprechend ziemlich schnelle Dusche in diesem einzigartigen Badezimmer….. 😉

Danach sassen wir alle zusammen am Lagerfeuer, tranken ein paar Bierchen und redeten über Gott und die Welt. Doch die Müdigkeit liess nicht lange auf sich warten und schon bald gingen wir schlafen. Obwohl ich lange Kleider trug, einen Schlafsack und eine Decke hatte, war mir extrem kalt. Schlotternd schlief ich dann irgendwann ein. In der Nacht machte sich dann meine Blase bemerkbar. Ja super, mitten im Wald ganz alleine mal für kleine Mädchen, aber ich hatte keine andere Wahl. Klar hatte ich ein bisschen Angst, aber es ging alles gut und ich hüpfte schnell wieder in den Schlafsack zurück.  

Nach einem pappigen Bananenpfannkuchen zum Frühstück – welches gar nicht Meins war – knüpften wir unsere Schnürsenkel und liefen los. Es ging etwas schleppender voran und wir waren sehr froh, dass wir hauptsächlich auf flachen Wanderwegen liefen. Zudem konnten wir so auch die schöne Gegend richtig geniessen.

Das Mittagessen, welches wir bereits am Morgen in einem zugeschnürten Säcklein bekommen hatten, durften wir in einer kleinen Hütte von Einheimischen mit dem Bambuslöffel zu uns nehmen.

Das Essen war wirklich verblüffend lecker, was ich überhaupt nicht erwartet hätte. Von da ging es noch ca. 2.5 Stunden bis wir wieder beim Ausgangspunkt waren.

Ziemlich müde, aber glücklich hüpften wir dann wieder auf den Pick Up und fuhren nach Pai zurück. Es war ein echt cooles Erlebnis, welches ich sofort wiederholen würde.

Im späteren Nachmittag trafen wir wieder in Pai ein. Zuerst brauchte ich mal eine richtig lange und warme Dusche. Ach wie herrlich! Danach ging ich mit einem ganzen Rudel von Backpackern aus verschiedenen Hostels etwas essen. Kaum hatten wir das Essen bestellt, hatte Tim – einer der Gruppe – die glorreiche Idee, morgen mit den Rollern auf irgend einen Hügel zu fahren um sich den Sonnenaufgang anzuschauen. Hmmm, eigentlich war ich ja ziemlich müde von den letzten zwei Tagen, aber gereizt hatte es mich wie einige andere Mädels natürlich schon. Ein Problem gab es jedoch noch, wir brauchten unbedingt noch zwei weitere Roller und die Vermietung schliesste in 10 min. Somit rannten wir los. Soweit alles bestens, ausser das der Tank von Tim’s Roller praktisch leer war. Kein Problem, dann gehen wir halt noch schnell tanken. Jedoch wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sich dies fast als ein Ding der Unmöglichkeit entpuppen würde. Als wir nach einer halben Ewigkeit endlich eine Tankstelle gefunden hatten, war diese geschlossen. Es dauerte fast 45 min. bis wir dann schlussendlich diese kleine Tankstelle fanden und diese auch noch funktionierte.

Halb erfroren und fast verhungert trafen wir nach etwa einer Stunde wieder im Restaurant ein, wo unser Essen eiskalt bereit stand. Egal, wir hatten so einen Hunger, dass wir alles aufgegessen hatten. Am nächsten Morgen hatten wir uns um 5.15 Uhr verabredet. Ich stand pünktlich beim Treffpunkt, doch keiner war da. Auf einmal hörte ich von weitem das Brummen zweier Roller und Lia traf zu Fuss auch gleich ein. Sie setzte sich hinten auf meinen Roller und dann fuhren wir los. Trotz meiner Thermounterwäsche schlotterte ich nur so vor mich hin. Ich wollte mir gar nicht ausmalen wie kalt es den anderen sein musste, die alle nur ein Shirt und ein Pulli trugen. Wir fuhren und fuhren und fuhren – es war arschkalt. Zwischendurch hatte sich sicherlich jeder von uns mehrfach gedacht – was um alles in der Welt machen wir hier eigentlich? Warum sind wir nicht einfach im warmen Bett geblieben?! Schlussendlich hatten wir es nach einer Stunde doch noch geschafft. Nur leiiiiiiiider war es viel zu neblig und von einem schönen Sonnenaufgang waren wir meilenweit entfernt…..

Doch wir fünf Verrückten liessen uns die Laune nicht verderben und hatten trotzdem unseren Spass….. 😉

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg machten, wärmten wir uns mit einer seeeehr scharfen Nudelsuppe nochmals auf .

Anschliessend tankten wir unsere Roller an dieser sehr urchigen Tankstelle voll und machten uns auf den Weg.

Klar mussten wir bei diesem Anblick kurz anhalten und ein Foto knipsen…..

Als wir von diesem Abenteuer zurückkamen, musste ich zuerst das Hostel wechseln, da es leider im jetzigen keinen Platz mehr hatte. Ich checkte im Hostel „Carrot On The Moon“ ein, in welchem fast all die Leute waren, mit denen ich unterwegs war.

Am Nachmittag machte ich mich mit meinem Roller auf den Weg um Pai zu besichtigen. Zuerst wollte ich zum „Land Split“ fahren, da ich jedoch die Abzweigung verpasste, landete ich bei der „Memorial Bridge“. Die Brücke wurde im 2. Weltkrieg von der japanischen Armee gebaut, damit sie zwischen Chiang Mai und Mae Hong Son einen Verbindungsweg hatten um Burma – welches zu diesem Zeitpunkt eine Kolonie von Grossbritannien war – zu attackieren. Um diesen Verbindungsweg über den Pai River im Jahre 1941 zu errichten, mussten Elefanten Bäume aus dem Dschungel schleppen und die Bewohner wurden zur Arbeit gezwungen. Nach dem Krieg brannten die Japaner die Brücke wieder nieder. Da diese für das tägliche Leben der Bewohner sehr wichtig geworden war, entschieden sie sich, diese wieder aufzubauen.

Nachdem ich die Brücke überquert hatte, nahm ich mein Handy hervor um nachzuschauen wo den diese Abzweigung war. Neben mir stand ein Pärchen, welches auch gerade darüber diskutierte wo sie jetzt lang müssen. Ich sagte zu ihnen „Do you have a plan, what you wanna do next?“ Da lachte sie mich an und sagte „Nope, and you?“ Da erzählte ich ihnen das mit der verpassten Abzweigung und danach meinte sie, lass uns doch zusammen da hinfahren. Passt, somit zogen wir zu Dritt los. Corinne ist aus Australien und Sean aus Griechenland. Et voilà sogar zu Dritt fuhren wir an der Abzweigung vorbei, hatten es aber zum Glück kurz danach gleich bemerkt. Somit drehten wir schnell wieder um. Als wir da ankamen, besichtigten wir gemeinsam den „Land Split“. Dieser entstand im Jahre 2008 bei einem Erdbeben. Der Bauer, welchem dieses Landstück gehörte, entschied sich das Feld in eine Touristenattraktion umzuwandeln, da es für ihn durch den Spalt unbrauchbar wurde.

Wir liefen gemeinsam zu den Roller zurück und sie fragten mich, was ich nun tue. Ich sagte ich möchte weiter zum „Pam Bok Waterfall“ und danach zur „Bamboo Bridge“. Sie schauten sich an und meinten passt, wir kommen gerne mit. Der Wasserfall war ziemlich überfüllt mit Touristen und auch nicht wirklich sehenswert. Nach einem kurzen Stop gingen wir dann weiter zur „Bamboo Bridge“. Diese wurde von den Bewohner für die Mönche erbaut, damit diese einen kürzeren Weg ins Dorf haben und nicht durch die Reisfelder und Wälder laufen müssen. Von der Brücke sowie der umliegenden Gegend waren wir total fasziniert und liefen bis ganz ans Ende – ca. 1 km.

Dann nahm Corinne meine Kamera und meinte wenn ich alleine Reise hätte ich sicherlich fast nur Selfies, das werde sie jetzt ändern. Wir hatten echt ein Gaudi zusammen und sie machte unzählig viele Fotos von mir. Sean lief schon mal vor und Corinne meinte nur, dass er langsam die Nase voll hätte. Er mache nicht gerne 100 Fotos, aber sie sei immer so, ich müsse mir gar keine Sorgen machen. Da lachte ich laut heraus und sagte zur ihr, dass es bei Bopa und mir genau gleich sei….. 😉

Nach dem kleinen Fotoshooting machten wir uns langsam wieder zurück, konnten aber die Finger noch nicht ganz von der Kamera lassen, da es einfach sooooooo schön war.

Danach verabschiedeten wir uns und meine Sightseeing-Tour ging alleine weiter. Ich musste mich etwas beeilen, damit ich den Sonnenuntergang auf dem „Pai Canyon“ noch erwischte. Da angekommen eilte ich den Canyon hinauf und kam gerade rechtzeitig um diesen tollen Anblick zu geniessen….. 

Auf einmal verspürte ich richtig Heimweh und mir fehlte Bopa ganz extrem. Ich schaute mit Tränchen in den Augen dem Sonnenuntergang zu und machte ihm eine ganz liebevolle Sprachnachricht…..

Auf dem Rückweg holte ich noch kurz meine Wäsche ab, brachte den Roller zurück und naschte etwas am Night Market. Danach wollte ich einfach nur schlafen und fiel todmüde ins Bett. OMG, war das Bett unbequem, ich hatte echt das Gefühl ich liege direkt auf dem Lattenrost. Zudem war es so kalt, dass ich sogar die Thermounterwäsche anzog. Ich hatte das Hostel eigentlich nur für eine Nacht gebucht – am besten wäre keine gewesen – entschied mich jedoch am nächsten Morgen doch noch eine weitere Nacht zu bleiben. Nicht weil es so toll war, sondern weil ich einfach keine Lust hatte für eine Nacht etwas Neues zu suchen.

Beim Frühstück erzählte ich den Mädels, dass ich nochmals einen Roller mieten werde um zum „Tha Pai Hotspring“ zu fahren. Da meinten sie, dass sie mitkommen werden. Wir mieteten zwei Roller und fuhren los. Als wir da ankamen, liefen uns per Zufall Corinne und Sean über den Weg. Wir ratschten kurz und verabredeten uns am Abend in einer Bar. Der Hotspring war ziemlich klein, aber süss. Es gab zwei zum baden und zwei wo man Eier kochen konnte. Der Gestank war jedoch kaum auszuhalten, weshalb wir da nicht all zu lange stehen blieben. Aber natürlich gingen wir im Hotspring kurz baden…..

Danach ging es weiter zum „Pai Canyon“, um diesen bei Tageslicht zu besichtigen. In der Nacht hatte ich es gar nicht richtig wahrgenommen, dass es soooooooooo schön ist.

Isa, eine Spanierin und ich blieben noch eine ganze Weile da, während die anderen drei Mädels zur „Bamboo Bridge“ weiterfuhren. Die Hitze war zwar mörderisch, jedoch liessen wir es uns nicht nehmen noch ein bisschen herumzuspazieren und es in vollen Zügen zu geniessen…..

Danach fuhren wir weiter zum „Wat Phra That Mae Yen“ – Weissen Buddha und liefen hoch um diesen auch aus der Nähe zu bestaunen.

Heute war es so brutal heiss, weshalb wir unsere Sightseeing-Tour danach auch beendeten. Wir fuhren ins Städtchen zurück, gönnten uns eine Thai-Massage und gingen am Abend mit Cycy, aus Belgien etwas essen. Da die beiden Mädels zu müde waren, traf ich mich alleine mit Corinne. Als wir schon fast am aufbrechen waren, stiessen Roos und Ladina, zwei Mädels vom Hostel, vom Wine-Tasting zu uns. Die Beiden waren ziemlich beschwipst und wir amüsierten uns köstlich. Klar liessen sie uns nicht nach Hause gehen und wir zogen mit den Beiden noch ein paar Bars weiter…..

Nach einer kurzen und wieder sehr kalten Nacht, packte ich meine sieben Sachen zusammen, da ich um 10.00 Uhr mit dem Mini-Bus nach Chiang Mai fuhr. Diese Fahrt war echt die Hölle, da der Fahrer wie ein bekloppter die 762 Kurven fuhr. Ich war einfach nur froh, als wir endlich in Chiang Mai ankamen…..

4 Gedanken zu „Thailand
Chiang Mai – Chiang Rai – Pai
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  1. Liebe Martina
    Es ist grossartig wie du uns auf deine Weltreise mitnimmst.Märchenhafte phantastische Bilder anzuschauen und deine interessanten Geschichten zu lesen ist ein grosses Vergnügen. Bravo ! G.l.G.

  2. Liebes Martina
    Ich freue mich riesig über deinen wunderschönen Blog . Hab vielen Dank.
    Diese wundervolle Weltreise wird dich ein Leben lang begleiten.
    Mach weiter so das ist einfach super.
    Ich hab dich fest lieb.
    Dein Mami & Papi

  3. Liebe Martina
    Einfach wahnsinnig was du erlebst und uns an deiner Weltreise teilnehmen lässt. 1000ig Dank und heb Sorg zu dir liebi Gruess Beatrice

  4. Liebi Martina,
    Ig schliesse mi a d’Wort vo mim Gotti Beatrice ah. Ig freue mi immer wieder News vo Dir chönne z’läse u z’bewundere. Gniesses witerhin u pass uf Di uf.
    Liebs Grüessli Dis Cousindli!🤗😙😙

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